Dienstag, 11. August 2009

Viele Fundorte von Höhlenlöwen in Deutschland

Wiesbaden – Wie viele Fundorte von Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) aus dem Eiszeitalter kennt man in Deutschland? Eine Antwort auf diese Frage gibt das Taschenbuch „Höhlenlöwen“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst: Darin werden 100 Fundorte von Höhlenlöwen aus Deutschland – gegliedert nach Bundesländern – sowie viele weitere aus Österreich und der Schweiz erwähnt.

Die meisten Reste von Höhlenlöwen aus dem Eiszeitalter wurden in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg entdeckt. Dagegen hat man im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.
Aus Bayern kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3, aus Sachsen 2, aus Hamburg 1 und aus Berlin 1. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Leipzig, Hamburg und Berlin.

Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort hat man Reste von rund 30 Höhlenlöwen gefunden. Ebenfalls einen Eintrag ins „Guiness-Buch der Rekorde“ wert ist Bottrop-Welheim, wo die ältesten Löwenspuren Europas entdeckt wurden. Sie sind in der letzten Eiszeit zwischen etwa 35.000 und 42.000 Jahren entstanden.
Die frühesten und größten Löwen in Deutschland sind – Ernst Probst zufolge – die Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis) aus dem Eiszeitalter vor rund 600.000 Jahren gewesen. Sie sind nach dem ehemaligen Dorf Mosbach bei Wiesbaden benannt, wo man viele Reste von ihnen entdeckt hat. Diese Mosbacher Löwen erreichten eine Gesamtlänge von maximal 3,60 Metern, womit sie heutige Löwen in Afrika um rund einen halben Meter übertrafen. Aus ihnen sind vor da. 300.000 Jahren die bis zu 3,20 Meter langen Höhlenlöwen hervorgegangen.

Die im Eiszeitalter vor etwa 300.000 bis 11.700 Jahren lebenden Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) tragen eigentlich einen falschen Namen. Diesen verdanken sie dem Umstand, dass ihre Knochenreste häufig in Höhlen entdeckt wurden. In Wirklichkeit waren diese Löwen aber Tiere der Steppe, der Busch- und Waldtundra und in Gebieten mit Höhlen genauso verbreitet wie in Landschaften ohne Höhlen.

Anders als Höhlenbären und Höhlenhyänen haben Höhlenlöwen vermutlich nur selten Höhlen als Versteck aufgesucht. Wahrscheinlich kamen vor allem geschwächte, kranke oder alte Höhlenlöwen in solche natürlichen Unterschlüpfe und suchten dort Schutz oder einen ruhigen Platz zum Sterben. Womöglich dienten Höhlen auch als Unterschlupf für Löwinnen, die dort ihren Nachwuchs zur Welt brachten und in der ersten Zeit aufzogen.

Sogar in hochgelegenen alpinen Höhlen von Italien, Österreich und der Schweiz hat man Reste von Höhlenlöwen entdeckt. An erster Stelle ist hier die in etwa 2800 Meter Höhe liegende Conturineshöhle in Südtirol (Italien) zu nennen. Weitere Fundorte von Höhlenlöwen sind die Salzofenhöhle bei Grundlsee im österreichischen Bundesland Steiermark (2000 Meter Höhe), die Ramesch-Knochenhöhle in Oberösterreich (1960 Meter Höhe) und die Höhle Wildkirchli im Ebenalpstock des Säntisgebirges im schweizerischen Kanton Appenzell (ca. 1500 Meter Höhe).

Säbelzahntiger am Ur-Rhein

Wiesbaden – Am Ufer des Ur-Rheins in Südwestdeutschland lebten vor rund zehn Millionen Jahren löwengroße Säbelzahntiger. Nachzulesen ist dies in den Taschenbüchern „Der Ur-Rhein“ und „Säbelzahnkatzen“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Bei dem Säbelzahntigern am Ur-Rhein handelt es sich um die Art Machairodus aphanistus, die erstmals nach Funden aus der Gegend von Eppelsheim in Rheinland-Pfalz beschrieben wurde. Zeitgenossen dieser Säbelzahntiger waren Dolchzahnkatzen der Art Paramachairodus ogygius, die nur etwa halb so groß gewesen sind. Die Taschenbücher „Der Ur-Rhein“ und „Säbelzahnkatzen“ sind bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de als gedruckte und elektronische Version erhältlích.

Säbelzahntiger faszinieren seit eh und je die Menschen in aller Welt. Diese Raubkatzen mit ihren im Extremfall bis zu 28 Zentimeter langen Eckzähnen gehören zu den bekanntesten Säugetieren der Urzeit. Die ersten von ihnen jagten bereits im Miozän vor rund 15 Millionen Jahren auf unserem „Blauen Planeten“. Die letzten verschwanden gegen Ende des Eiszeitalters vor etwa 11.700 Jahren für immer aus der Natur.

Mit diesen mehr oder minder eindrucksvollen Großkatzen befasst sich das Taschenbuch „Säbelzahnkatzen“. Es stellt in Deutschland, Europa, Afrika, Asien und Amerika entdeckte Arten der Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen sowie andere prähistorische Raubkatzen vor: nämlich Mosbacher Löwen, Höhlenlöwen, Europäische Jaguare, Leoparden, Schnee-Leoparden, Geparden und Pumas.

Die Idee für dieses Taschenbuch über Säbelzahnkatzen reifte während der Recherchen für die 2009 erschienenden Titel „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ und „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ von Ernst Probst. Denn dabei ging es oft auch um Säbelzahnkatzen oder Dolchzahnkatzen.

Das Taschenbuch „Säbelzahnkatzen“ ist Professor Dr. Helmut Hemmer aus Mainz, Dr. Thomas Keller aus Wiesbaden und Dick Mol aus Hoofddorp (Niederlande) gewidmet. Professor Dr. Helmut Hemmer gilt als international renommierter Experte für fossile Katzen und war früher am Zoologischen Institut der Universität Mainz tätig. Dr. Thomas Keller arbeitet als Paläontologe am Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Wiesbaden und hat sich um die Erforschung der Mosbach-Sande und deren fossile Tierwelt verdient gemacht. Dick Mol ist Experte für fossile Säugetiere aus dem Eiszeitalter (vor allem Mammut) aus Hoofddorp (Niederlande). Alle drei haben dem Autor vielfach mit großer Geduld bei den Recherchen für verschiedene Taschenbücher geholfen.

Ernst Probst hat mehr als 30 Bücher und Taschenbücher veröffentlicht. Am bekanntesten sind seine Werke „Deutschland in der Urzeit“, „Deutschland in der Steinzeit“, „Deutschland in der Bronzezeit“, „Rekorde der Urzeit“, „Dinosaurier in Deutschland“ (zusammen mit Raymund Windolf) „Rekorde der Urmenschen“ und „Monstern auf der Spur“.

Räuberische Bärenhunde am Ur-Rhein

Eppelsheim – Im Miozän vor rund zehn Millionen Jahren haben am Ur-Rhein in Rheinhessen neben Säbelzahntigern und Hyänen auch räuberische Bärenhunde gejagt. Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst.

Bei den Bärenhunden (wissenschaftlich Amphicyonidae genannt) handelt es sich um eine ausgestorbene Familie der Hundeartigen Raubtiere. Sie glichen äußerlich einer Mischung aus Bären und Hunden, weswegen man sie als Bärenhunde oder Hundebären bezeichnet.

Die Form ihres Körpers erinnerte an Bären, die Form ihres Kopfes und die Anordnung ihrer Zähne dagegen an Bären. Diese Raubtiere traten – wie Bären und der Mensch – mit der ganzen Sohle auf (Sohlengänger) anstatt nur mit den Zehen (Zehengänger) wie die meisten Katzen.

Im Miozän (etwa 23 bis 5 Millionen Jahre) entwickelten sich verschiedene Formen von Bärenhunden vom Allesfresser bis zum hochspezialisierten Fleischfresser. Als bekannteste Gattung der Bärenhunde im Miozän gilt Amphicyon. Sie ist auch aus den etwa zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins in Rheinhessen nachgewiesen.

In Deutschland war der Bärenhund Amphicyon im Miozän eines der größten Raubtiere. Männliche Tiere dieser Gattung waren bis zu zwei Meter lang und wogen schätzungsweise bis zu 300 Kilogramm. Amphicyon sah aus wie ein großer Bär, trug aber scharfe Zähne wie ein Wolf. Sein Hals war dick, seine kurzen Beine wirkten gedrungen und der Schwanz sah kräftig aus. Das weiß man aufgrund eines Skelettfundes dieser Gattung
aus Südfrankreich.

Der Bärenhund Amphicyon lebte ähnlich wie ein heutiger Braunbär. Wie Letzterer fraß er Pflanzen (Beeren, Nüsse und andere Früchte) sowie Fleisch. Seine Beutetiere tötete er mit kräftigen Prankenschlägen. Mit seinen großen Muskelansatzstellen am Schädel und seinen kräftigen Reißzähnen konnte Amphicyon vermutlich sogar große Knochen zerbeißen.

Die aus den Dinotheriensanden bei Eppelsheim bekannte Art Amphicyon eppelsheimensis (früher Amphicyon major eppelsheimensis genannt) erreichte eine Gesamtlänge von ca. 1,90 Metern und eine Schulterhöhe von etwa 0,85 Meter. Amphicyon eppelsheimensis wurde 1930 von dem Darmstädter Paläontologen Karl Weitzel (1890–1949) beschrieben. Diese Art ist aus Eppelsheim, Gau-Weinheim und vom Wissberg bei Gau-Weinheim bekannt.

Ein weiterer Bärenhund namens Agnotherium antiquum aus Eppelsheim wurde bereits 1833 von dem Darmstädter Paläontologen Johann Jakob Kaup beschrieben. Ihm war bei der Namengebung bewusst, dass es sich um ein gefährliches Raubtier handelt. Der Gattungsname Agnotherium besteht nämlich aus den griechischen Wörtern „agnostos“ (unbekannt) und „therion“ (wildes Tier).

Das reich bebilderte Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ ist in rund 100 Online-Buchshops – wie Amazon, GRIN oder Libri – erhältlich.

Freitag, 27. März 2009

Die Höhlenlöwen aus der Zoolithenhöhle

Erlangen – Nirgendwo auf der Erde sind mehr Reste von Europäischen Höhlenlöwen aus dem Eiszeitalter entdeckt worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz. Schon im 18. Jahrhundert hat man dort Fossilien von rund 25 Höhlenlöwen gefunden. Bei Grabungen ab 1971 kamen weitere Schädel-, Kiefer- und Skelettreste dazu. Insgesamt dürfte man in der Zoolithenhöhle rund 30 Höhlenlöwen geborgen haben.

Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Das mehr als 300 Seiten umfassende Werk befasst sich mit eiszeitlichen Löwen, Jaguaren, Leoparden, Geparden, Pumas und Säbelzahnkatzen.

Die Löwen aus dem Eiszeitalter vor etwa 300.000 Jahren bis zu dessen Ende vor etwa 10.700 Jahren werden als Europäische Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) bezeichnet. Sie sind aus den riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis) hervorgegangen, den größten Löwen Deutschlands und Europas.

Der Mosbacher Löwe ist nach dem Dorf Mosbach bei Wiesbaden in Hessen benannt. Er erreichte eine imposante Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern. Davon entfielen ca. 2,40 Meter auf Kopf und Körper sowie ungefähr 1,20 Meter auf den Schwanz. Nur der Amerikanische Höhlenlöwe (Panthera leo atrox) übertraf mit einer Gesamtlänge von maximal 3,70 Metern den Mosbacher Löwen noch um einige Zentimeter.

Der Europäische Höhlenlöwe wurde 1810 von dem Arzt und Naturforscher Georg August Goldfuß (1782–1848), als er noch in Erlangen arbeitete, anhand eines Schädelfundes aus der Zoolithenhöhle erstmals wissenschaftlich beschrieben. Goldfuß war ein besonders tüchtiger Gelehrter: Ihm ist die Entdeckung von etwa 200 Fossilien aus verschiedenen Fundstellen und Zeitaltern geglückt, die er wissenschaftlich untersuchte und publizierte.

Noch heute ist der so genannte Holotyp, nach dem der Europäische Höhlenlöwe (Panthera leo spelaea) erstmals beschrieben worden ist, im Museum für Naturkunde Berlin der Humboldt-Universität vorhanden. Nach Erkenntnissen des deutschen Paläontologen Cajus G. Diedrich handelt es sich dabei um den recht großen Schädel eines erwachsenen männlichen Höhlenlöwen. Der 40,2 Zentimeter lange Schädel stammt aus der
Würm-Eiszeit (etwa 115.000 bis 11.700 Jahre).

Der Holotyp des Höhlenlöwen aus der Zoolithenhöhle wurde aus Teilen von mindestens zwei Tieren zusammengesetzt, fand Diedrich heraus. So ist der linke Oberkieferast rund drei Zentimeter kürzer und auch, was seine Proportionen anbetrifft, merklich schlanker als der rechte. Offenbar stammt der rechte berkieferast mit einem großen Eckzahn von einem Männchen, der linke dagegen von einem Weibchen.

Die Zoolithenhöhle wurde durch Unmengen fossiler Tierknochen berühmt. Dort fand man Reste von schätzungsweise etwa 800 Höhlenbären (Ursus spelaeus), aber auch zahlreichen Höhlenhyänen (Crocuta crocuta spelaea) und – wie erwähnt – ungewöhnlich vielen Höhlenlöwen. Dieser Fundreichtum bewog den evangelischen Pfarrer Johann Friedrich Esper (1732–1781) aus Uttenreuth bei Erlangen, der 1771 seine erste Erkundungsreise in die geheimnisvolle Unterwelt unternommen hatte, die Höhle als „Kirchhof unter der Erde“ zu bezeichnen.

Der Europäische Höhlenlöwe erreichte mit einer Gesamtlänge bis zu etwa 3,20 Metern nicht mehr die Länge seines riesigen Vorgängers aus dem Eiszeitalter vor etwa 700.000 bis 300.000 Jahren. Aber er war immer noch merklich größer als heutige Löwen in Afrika.

Unter den im Taschenbuch „Höhlenlöwen“ erwähnten Fundorten eiszeitlicher Raubkatzen befinden sich etliche Höhlen aus der Fränkischen Schweiz. Zum Gelingen des Buches hat die Paläontologin Dr. Brigitte Hilpert, die in Nürnberg und Erlangen arbeitet, maßgeblich beigetragen.

Höhlenlöwen aus Berlin und Brandenburg

Berlin – Berlin gehört zu den deutschen Großstädten, in denen Reste von Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) aus dem Eiszeitalter entdeckt wurden. Dies berichtet der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“. Am Alexanderplatz in Berlin kam während der 1930-er Jahre beim U-Bahn-Bau der Schädel eines Höhlenlöwen zum Vorschein.

Reste eiszeitlicher Säugetiere – wie Mammut, Fellnashorn, Wildpferd, Elch, Wisent, Moschusochse, Höhlenlöwe und Wolf – sind in Berlin und Brandenburg seit mehr als 200 Jahren bekannt. In den Schottern und Sanden des so genannten Rixdorfer Horizontes hat man Tausende von Fossilien gefunden. Rixdorf ist ein alter Name für Neukölln. 1920 wurde es zusammen mit anderen Orten in Berlin eingemeindet. In Rixdorf gab es früher Kies- und Sandgruben.

Ernst Probst zufolge sind in Brandenburg an mindestens drei Fundstellen Reste von Höhlenlöwen entdeckt worden. Aus Niederlehme bei Königs-Wusterhausen (Kreis Dahme-Spreewald) kennt man unter anderem Fossilien von Höhlenlöwe, Leopard, Höhlenbär und Höhlenhyäne. Weitere Höhlenlöwen-Fundorte in Brandenburg sind Schönfeld (Kreis Spree-Neiße) bei Cottbus und Werder-Phoeben/Havel (Kreis Potsdam-Mittelmark).

Samstag, 21. März 2009

Vor zehn Millionen Jahren war es noch wärmer als heute

Wiesbaden – Vor etwa zehn Millionen Jahren war es in Deutschland zwar wärmer als heute, aber nicht mehr so warm wie wenige Millionen Jahre zuvor. Dies berichtet das Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Das damalige Klima war wärmer und feuchter als gegenwärtig, aber nicht tropisch. Hinweise dafür lieferten Blätter in Tonlinsen, die von Amber- und Zimtbäumen stammen, die in Deutschland jetzt nicht mehr wachsen, sowie von Ahornen, Eichen, Pappeln, Ulmen und Weiden. Wärmeliebende Palmen gediehen am Ur-Rhein nicht mehr, die letzten dieser Gewächse in Deutschland kennt man aus der Zeit vor etwa 17 Millionen Jahren. Auch Krokodile, die vor rund 15 Millionen Jahren noch durch Funde nachgewiesen sind, kamen vor zehn Millionen Jahren nicht mehr vor, ihnen war es in Deutschland zu kalt geworden. Dagegen existierten am Ur-Rhein noch drei Arten von Menschenaffen, die aber bald danach verschwanden. Vor rund zehn Millionen Jahren herrschten in Deutschland mittlere Jahrestemperaturen von etwa 11 bis 15 Grad Celsius, heute sind es 10 bis 11 Grad. Außerdem gab es durchschnittliche Jahresniederschläge um 1000 bis 1200 Millimeter (heute 500 Millimeter). Das Taschenbuch „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ ist erhältlich bei „Amazon“ und „Libri“.

Urmenschen hatten Angst vor großen Raubkatzen

Wiesbaden – Die im Eiszeitalter vor etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahren lebenden Urmenschen in Deutschland mussten sich vor etlichen großen Raubkatzen fürchten. Denn in diesem Abschnitt der Erdgeschichte existierten Löwen, Jaguare, Leoparden, Geparden, Pumas und Säbelzahnkatzen. Darauf weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch „Höhlenlöwen“ hin.

Vor rund einer Million Jahren jagten in Thüringen die löwengroße Säbelzahnkatze Homotherium mit eindrucksvollen Fangzähnen, die merklich kleinere Dolchzahnkatze Megantereon und sogar der Puma. Damals verfügten die Urmenschen noch über keine wirksamen Waffen, denn Lanzen, Speere sowie Pfeil und Bogen waren noch nicht erfunden. Wahrscheinlich beherrschten sie auch noch nicht das Feuer.

Waffenlos waren vermutlich auch die Urmenschen vor etwa 600.000 Jahren. Damals streiften in der Gegend von Wiesbaden in Hessen riesige Löwen umher, die eine Gesamtlänge bis zu 3,60 Meter erreichten. Es waren die frühesten und größten Löwen in Deutschland. Man nennt sie Mosbacher Löwen, weil Reste von ihnen im Umkreis des ehemaligen Dorfes Mosbach bei Wiesbaden gefunden wurden. Zähne und Knochen solcher Riesenlöwen sind auch in Baden-Württemberg (Mauer bei Heidelberg) und in Nordrhein-Westfalen (Dechenhöhle in Iserlohn) zum Vorschein gekommen.

Zeitgenossen dieser Riesenlöwen waren Jaguare, Geparden und Säbelzahnkatzen, die ebenfalls im Raum Wiesbaden durch Funde nachgewiesen sind. Aus Mauer bei Heidelberg kennt man auch Reste von Leoparden zu dieser Zeit. Mauer ist der weltberühmte Fundort eines Unterkiefers des Heidelberg-Menschen.

In der Zeit vor etwa 300.000 bis 11.700 Jahren scheint Deutschland – nach vielen Funden zu schließen – ein wahres Paradies für Höhlenlöwen gewesen zu sein, die aus den Mosbacher Löwen hervorgegangen sind. Die Höhlenlöwen waren mit Schwanz bis zu 3,20 Meter lang, womit sie heutige Löwen in Afrika, die es auf etwa 2,90 Meter bringen, übertrafen. Männliche Höhlenlöwen wogen schätzungsweise mehr als 300 Kilogramm, rund 100 Kilo mehr als gegenwärtige Löwen. Auch während dieser Zeit gab es Leoparden und Säbelzahnkatzen im Gebiet von Deutschland.

Bei Begegnungen mit Höhlenlöwen waren Urmenschen nicht mehr wehrlos. Sie konnten ihnen mit Lanzen und Speeren entgegen treten, die es offenbar seit mehr als 300.000 Jahren erstmals gab. Löwen waren jetzt nicht mehr nur Jäger, sondern manchmal auch Gejagte. Unter den Speiseabfällen von Urmenschen in Thüringen vor über 300.000 Jahren befanden sich auch Reste von Eiszeit-Löwen.

Trotzdem hatten sogar noch die frühen Jetztmenschen vor ungefähr 30.000 Jahren großen Respekt vor Höhlenlöwen. Das lässt sich an aus Mammutelfenbein geschnitzten Figuren aus Süddeutschland ablesen, welche Körpermerkmale von Höhlenlöwen und Menschen hatten. Vielleicht stellten diese geheimnisvollen Mischwesen mysteriöse Ahnherren oder sogar Gottheiten dar?

Taschenbuch informiert über den Ur-Rhein

Wiesbaden – Wie weit reichen die Anfänge des Rheins zurück? Welche Abschnitte des frühen Rheins sind bekannt? Welche Tiere haben am Ufer dieses Flusses gelebt? Antwort auf diese und viele andere Fragen gibt das Taschenbuch „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Es ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen und beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8105517/ernst_probst_der_ur_rhein_3640248015.html erhältlich.

Besonders ausführlich befasst sich das Taschenbuch mit dem Ur-Rhein im Obermiozän vor etwa zehn Millionen Jahren. Dieser Fluss hatte teilweise einen ganz anderen Lauf als heute. Er floss nicht durch die Gegend von Oppenheim, Nierstein, Nackenheim, Mainz und Wiesbaden, sondern westlich davon über den Raum Alzey in Richtung Binger Pforte.

In Wort und Bild stellt das Taschenbuch die exotische Tierwelt vor, die am Ufer des Ur-Rheins existierte. Dazu gehörten meterlange Schildkröten, Biber, Insektenfresser, fünf Arten von Rüsseltieren, Nashörner, Tapire, Schweine, krallenfüßige Huftiere, dreihufige Ur-Pferde, kleinwüchsige Hirsche, Waldantilopen, Bärenhunde, Katzenbären, Hyänen, Säbelzahnkatzen und sogar Menschenaffen.

Die Ablagerungen des Ur-Rheins in Rheinhessen werden als Dinotheriensande bezeichnet, weil sie Zähne und Knochen des Rüsseltieres Deinotherium giganteum („Riesiges Schreckenstier“ enthalten. Dieses Rüsseltier wird auch Dinotherium, Hauer-Elefant und Rhein-Elefant genannt. Berühmt ist der 1835 entdeckte Dinotherium-Schädel aus der Gegend von Eppelsheim. Dort informiert seit 2001 das sehenswerte Dinotherium-Museum über die Tierwelt am Ur-Rhein in Rheinhessen.

Das Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ ist dem Paläontologen Dr. Jens Lorenz Franzen aus Titisee-Neustadt, Altbürgermeister Heiner Roos aus Eppelsheim und dem Darmstädter Paläontologen Johann Jakob Kaup (1803-1873) gewidmet. Franzen ist der Wiederentdecker der Dinotheriensand-Fundstelle und Begründer der ersten wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim. Roos gilt als der „geistige Vater“ des Dinotherium-Museums in Eppelsheim. Kaup hat sich um die Erforschung der Tierwelt aus den Dinotheriensanden in Rheinhessen verdient gemacht.

Superfrauen aus dem Wilden Westen

Wiesbaden - Wenn der Begriff „Wilder Westen“ fällt, denkt man meistens an mehr oder minder tapfere Männer wie indianische Häuptlinge, Krieger, Medizinmänner oder weiße Pioniere, Farmer, Jäger, Soldaten, Sheriffs und Revolverhelden. Von tüchtigen Frauen ist in dieser Welt, in der Gewalt oft eine große und traurige Rolle spielte, weniger die Rede. Doch in Wirklichkeit haben im Wilden Westen auch zahlreiche Frauen mutig „ihren Mann gestanden“ und manchmal sogar – wie die Meisterschützin Annie Oakley – Mitglieder des angeblich „starken Geschlechts“ übertroffen. Darauf weist das Taschenbuch „Superfrauen aus dem Wilden Westen“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst in Wort und Bild hin.

Die Biografien der „Superfrauen aus dem Wilden Westen“ stammen mit wenigen Ausnahmen – nämlich Lozen, Mohongo und Queen Betty – aus drei Titeln der insgesamt 14-bändigen Taschenbuchreihe „Superfrauen“ von Ernst Probst. Nämlich „Superfrauen 1 –Geschichte“, „Superfrauen 2 – Religion“ und „Superfrauen 7 – Film und Theater“.

Als „Superfrauen aus dem Wilden Westen“ werden vorgestellt: die Scharfschützin Calamity Jane, die selige Katharina Tekakwitha, die Kriegerin Lozen, der Showstar Adah Isaacs Menken, die Sachen-Ehefrau Mohongo, die Meisterschützin Annie Oakley, die Indianer-Prinzessin Pocahontas, die Anführerin Queen Betty, die indianische Volksheldin Sacajawea, die „Banditenkönigin“ Belle Starr und die Zirkuspionierin Agnes Lake Thatcher.

Das 81-seitige Taschenbuch „Superfrauen aus dem Wilden Westen“ (ISBN 978-3-640-12522-7) ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ www.grin.de erschienen und beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=fdc-ffgijzsdgk8.www13?searchString=Superfrauen+aus+dem+Wilden+Westen erhältlich.

Höhlenlöwenfunde in deutschen Städten

Wiesbaden – Auch deutsche Städte mit heute teilweise Hunderttausenden von Einwohnern gehören zu den Fundorten mit Resten von Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) aus dem Eiszeitalter. Das beweisen Fossilien solcher bis zu 3,20 Meter langen und maximal 300 Kilogramm schweren Raubkatzen aus Stuttgart, Wiesbaden, Hamburg, Leipzig und Berlin. Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst.

Der erste Fund von Höhlenlöwen-Resten in Stuttgart glückte schon 1700 in Cannstatt nahe der Uffkirche, wo damals die Entdeckung eines Mammuts für großes Aufsehen sorgte. Dabei hat man auch Zähne und zwei Zehenglieder eines Höhlenlöwen geborgen. Im Travertin-Steinbruch Biedermann in Stuttgart-Untertürkheim kamen ab 1929 zahlreiche Reste von Höhlenlöwen aus der Eem-Warmzeit (etwa 127.000 bis 115.000 Jahre) ans Tageslicht. Stuttgart-Zuffenhausen wurde bereits 1927 als Höhlenlöwen-Fundort erwähnt.

Im Stadtgebiet von Wiesbaden hat man vor allem Zähne und Knochen von riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis) geborgen, die vor etwa 600.000 Jahren lebten. Ihr Name bezieht sich auf das ehemalige Dorf Mosbach bei Wiesbaden, wo beim Abbau von Sand und Kies immer wieder Reste eiszeitlicher Tiere, darunter auch Löwen, zum Vorschein kamen. Die Mosbacher Löwen waren mit einer Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern die größten Löwen in Europa. Aus ihnen sind vor etwa 300.000 Jahren die Höhlenlöwen entstanden. In Mosbach, Wiesbaden-Biebricher Allee und in Wiesbaden-Schierstein hat man auch Reste von Höhlenlöwen entdeckt.

Ein Ellenknochen aus Hamburg-Harburg gilt als der nördlichste Fund eines eiszeitlichen Höhlenlöwen in Deutschland. In der Gegend des so genannten Hamburg-Harburger Urstromtals hat man auch Reste vom Mammut, Fellnashorn, Wisent, Rentier, Riesenhirsch, Wildpferd und Moschusochsen geborgen.

Am Alexanderplatz in Berlin kam während der 1930-er Jahre beim U-Bahn-Bau der Schädel eines Höhlenlöwen zum Vorschein. Reste eiszeitlicher Säugetiere – wie Mammut, Fellnashorn, Wildpferd, Elch, Wisent, Moschusochse, Höhlenlöwe und Wolf – sind in Berlin und Brandenburg seit mehr als 200 Jahren bekannt. In den Schottern und Sanden des so genannten Rixdorfer Horizontes hat man Tausende von Fossilien gefunden. Rixdorf ist ein alter Name für Neukölln. 1920 wurde es zusammen mit anderen Orten in Berlin eingemeindet. In Rixdorf gab es früher Kies- und Sandgruben.

In einer Sandgrube von Leipzig-Lindenthal kam der halbe Unterkiefer eines Höhlenlöwen ans Tageslicht. Dieser Fund wurde 1909 von dem Leipziger Geologen Johannes Felix in den „Sitzungsberichten der Naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig“ erwähnt. Felix hatte sich durch die Bergung, Präparation und Aufstellung eines 1908 bei Borna entdeckten Mammuts einem Namen gemacht.

Gleich drei Fundorte von Eiszeit-Löwen liegen im Stadtgebiet von Weimar. Weimar-Süßenborn gilt als einer der wenigen deutschen Fundorte des erwähnten riesigen Mosbacher Löwen aus dem Eiszeitalter vor rund 600.000 Jahren. Dagegen hat man in Weimar-Ehringsdorf und Weimar-Taubach geologisch jüngere Reste von Höhlenlöwen geborgen.

Die ältesten Löwenspuren Europas wurden 1992 von dem Paläontologen Martin Walders auf der Baustelle für ein Nachklärbecken der Emscher-Kläranlage Bottrop-Welheim entdeckt und ausgegraben. Dabei handelt es sich um die rund zehn Meter lange Fährte eines Höhlenlöwen aus der Weichsel-Eiszeit vor etwa 35.000 bis 42.000 Jahren. Sie ist in der Eiszeithalle des Museums für Ur- und Ortsgeschichte (Quadrat Bottrop) zu bewundern.

Die meisten Reste von Höhlenlöwen aus dem Eiszeitalter wurden in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg entdeckt. Dagegen hat man im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden.

Aus Bayern kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2.

Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Sie stammen von schätzungweise 30 Höhlenlöwen!

Die im Eiszeitalter vor etwa 300.000 bis 11.700 Jahren lebenden Höhlenlöwen tragen eigentlich einen falschen Namen. Diesen verdanken sie dem Umstand, dass ihre Knochenreste häufig in Höhlen entdeckt wurden. In Wirklichkeit waren diese Löwen aber Tiere der Steppe, der Busch- und Waldtundra und in Gebieten mit Höhlen genauso verbreitet wie in Landschaften ohne Höhlen.

Anders als Höhlenbären und Höhlenhyänen haben Höhlenlöwen vermutlich nur selten Höhlen als Versteck aufgesucht. Wahrscheinlich kamen vor allem geschwächte, kranke oder alte Höhlenlöwen in solche natürlichen Unterschlüpfe und suchten dort Schutz oder einen ruhigen Platz zum Sterben. Womöglich dienten Höhlen auch als Unterschlupf für Löwinnen, die dort ihren Nachwuchs zur Welt brachten und in der ersten Zeit aufzogen.

Sogar in hochgelegenen alpinen Höhlen von Italien, Österreich und der Schweiz hat man Reste von Höhlenlöwen entdeckt. An erster Stelle ist hier die in etwa 2800 Meter Höhe liegende Conturineshöhle in Südtirol (Italien) zu nennen. Weitere Fundorte von Höhlenlöwen sind die Salzofenhöhle bei Grundlsee im österreichischen Bundesland Steiermark (2000 Meter Höhe), die Ramesch-Knochenhöhle in Oberösterreich (1960 Meter Höhe) und die Höhle Wildkirchli im Ebenalpstock des Säntisgebirges im schweizerischen Kanton Appenzell (ca. 1500 Meter Höhe).

Wo fand man die meisten Höhlenlöwen?

Wiesbaden – Die meisten Reste von Höhlenlöwen aus dem Eiszeitalter wurden in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg entdeckt. Dagegen hat man im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Bremen und in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Höhlenlöwen gefunden. Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst.

Aus Bayern kennt man 27 Fundorte von Höhlenlöwen, aus Nordrhein-Westfalen 21, aus Baden-Württemberg 15, aus Sachsen-Anhalt 10, aus Thüringen 8, aus Hessen 7, aus Niedersachsen 5, aus Rheinland-Pfalz 3, aus Brandenburg 3 und aus Sachsen 2. Unter den Großstädten, in denen Fossilien von Höhlenlöwen zum Vorschein kamen, sind Stuttgart, Wiesbaden, Hamburg und Berlin.

Nirgendwo auf der Erde sind mehr Zähne und Knochen von Höhlenlöwen geborgen worden als in der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Dort hat man Reste von rund 30 Höhlenlöwen gefunden. Ebenfalls einen Eintrag ins „Guiness-Buch der Rekorde“ wert ist Bottrop-Welheim, wo die ältesten Löwenspuren Europas entdeckt wurden. Sie sind in der letzten Eiszeit zwischen etwa 35.000 und 42.000 Jahren entstanden.

Die frühesten und größten Löwen in Deutschland sind – Ernst Probst zufolge – die Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis) aus dem Eiszeitalter vor rund 600.000 Jahren gewesen. Sie sind nach dem ehemaligen Dorf Mosbach bei Wiesbaden benannt, wo man viele Reste von ihnen entdeckt hat. Diese Mosbacher Löwen erreichten eine Gesamtlänge von maximal 3,60 Metern, womit sie heutige Löwen in Afrika um rund einen halben Meter übertrafen. Aus ihnen sind vor da. 300.000 Jahren die bis zu 3,20 Meter langen Höhlenlöwen hervorgegangen.

Die im Eiszeitalter vor etwa 300.000 bis 11.700 Jahren lebenden Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) tragen eigentlich einen falschen Namen. Diesen verdanken sie dem Umstand, dass ihre Knochenreste häufig in Höhlen entdeckt wurden. In Wirklichkeit waren diese Löwen aber Tiere der Steppe, der Busch- und Waldtundra und in Gebieten mit Höhlen genauso verbreitet wie in Landschaften ohne Höhlen.

Anders als Höhlenbären und Höhlenhyänen haben Höhlenlöwen vermutlich nur selten Höhlen als Versteck aufgesucht. Wahrscheinlich kamen vor allem geschwächte, kranke oder alte Höhlenlöwen in solche natürlichen Unterschlüpfe und suchten dort Schutz oder einen ruhigen Platz zum Sterben. Womöglich dienten Höhlen auch als Unterschlupf für Löwinnen, die dort ihren Nachwuchs zur Welt brachten und in der ersten Zeit aufzogen.

Sogar in hochgelegenen alpinen Höhlen von Italien, Österreich und der Schweiz hat man Reste von Höhlenlöwen entdeckt. An erster Stelle ist hier die in etwa 2800 Meter Höhe liegende Conturineshöhle in Südtirol (Italien) zu nennen. Weitere Fundorte von Höhlenlöwen sind die Salzofenhöhle bei Grundlsee im österreichischen Bundesland Steiermark (2000 Meter Höhe), die Ramesch-Knochenhöhle in Oberösterreich (1960 Meter Höhe) und die Höhle Wildkirchli im Ebenalpstock des Säntisgebirges im schweizerischen Kanton Appenzell (ca. 1500 Meter Höhe).

Freitag, 13. März 2009

Höhlenlöwen bekamen einen falschen Namen

Wiesbaden – Die im Eiszeitalter vor etwa 300.000 bis 11.700 Jahren lebenden Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) tragen einen falschen Namen. Diesen verdanken sie dem Umstand, dass ihre Knochenreste häufig in Höhlen entdeckt wurden.

In Wirklichkeit waren diese Löwen aber Tiere der Steppe, der Busch- und Waldtundra und in Gebieten mit Höhlen genauso verbreitet wie in Landschaften ohne Höhlen. Darauf weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch „Höhlenlöwen. Raubkatzen im Eiszeitalter“ (ISBN 3640272633) hin.

Weil die Höhlenlöwen nachweislich keine Höhlen als Lebens- oder Geburtsort nutzten, bezeichnet der Paläontologe Cajus G. Diedrich aus Halle/Westfalen sie als „eiszeitliche Löwen“ oder „spätpleistozäne Steppenlöwen“. Anders als Höhlenbären und Höhlenhyänen haben Höhlenlöwen vermutlich nur selten Höhlen als Versteck aufgesucht. Wahrscheinlich kamen vor allem geschwächte, kranke oder alte Höhlenlöwen in solche natürlichen Unterschlüpfe und suchten dort Schutz oder einen ruhigen Platz zum Sterben. Womöglich dienten Höhlen auch als Unterschlupf für Löwinnen, die dort ihren Nachwuchs zur Welt brachten und in der ersten Zeit aufzogen.

Sogar in hochgelegenen alpinen Höhlen von Italien, Österreich und der Schweiz hat man Reste von Höhlenlöwen entdeckt. An erster Stelle ist hier die in etwa 2800 Meter Höhe liegende Conturineshöhle in Südtirol (Italien) zu nennen. Weitere Fundorte von Höhlenlöwen sind die Salzofenhöhle bei Grundlsee im österreichischen Bundesland Steiermark (2000 Meter Höhe), die Ramesch-Knochenhöhle in Oberösterreich (1960 Meter Höhe) und die Höhle Wildkirchli im Ebenalpstock des Säntisgebirges im schweizerischen Kanton Appenzell (ca. 1500 Meter Höhe).

Teilweise sind Höhlenlöwen wohl durch Höhlenhyänen, denen sie zum Opfer gefallen waren, in Höhlen verschleppt worden. Die bis zu etwa 1,50 Meter langen und rund 0,90 Meter hohen Höhlenhyänen ernährten sich nicht nur von Aas, sondern waren wegen ihrer Körpergröße und Kraft auch fähig, im Rudel zu jagen. Sie fraßen nicht alles vor Ort, sondern schleppten
Fleisch- und Knochenteile zu einem geschützten Fressplatz, der auch in einer Höhle liegen konnte. Dort bissen sie in Ruhe die Knochen auf, um so an das begehrte energiereiche Knochenmark zu gelangen.

Besonders häufig entdeckte man Reste von Höhlenhyänen in so genannten Hyänenhorsten, die sich in Höhlen befanden. Dort brachten sie offenbar über Generationen hinweg ihren Nachwuchs zur Welt und schleppten ihre Beutetiere ein. Hyänenhorste kennt man aus England, Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Ein solcher Hyänenhorst war die Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern). Aus ihr stammen die Funde, nach deren Untersuchung der Arzt und Paläontologe Georg August Goldfuß (1782-1848), der in Erlangen und in Bonn arbeitete, 1810 den Höhlenlöwen und 1823 die Höhlenhyäne erstmals wissenschaftlich beschrieb. Auch der Schädel, der dem Chirurgen Johann Christian Rosenmüller (1771–1820) aus Erlangen vorlag, als er 1794 den Höhlenbären beschrieb, ist ein Fund von dort.

In der Zoolithenhöhle sind Reste von mehr als 800 Höhlenbären (Ursus spelaeus), aber auch von vielen Höhlenhyänen (Crocuta crocuta spelaea) und Höhlenlöwen entdeckt worden. Die dort geborgenen Zähne und Knochen von Höhlenlöwen stammen von rund 30 Tieren. Nirgendwo auf der Erde sind mehr Höhlenlöwen entdeckt worden als in der Zoolithenhöhle!

Die Höhlenlöwen sind vor etwa 300.000 Jahren aus den riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis) hervorgegangen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach bei Wiesbaden in Hessen benannt sind. Der Mosbacher Löwe erreichte eine Gesamtlänge von etwa 3,60 Metern und übertraf heutige Löwen damit um rund 50 Zentimeter. Höhlenlöwen brachten es auf maximal 3,20 Meter, womit sie größer als jetzige Löwen in Afrika waren.

Mittwoch, 6. September 2006

Woher der Begriff Schwarzer Peter kommt



Wiesbaden – Der Begriff "Schwarzer Peter", der oft verwendet wird, wenn es darum geht, jemand die Schuld für einen Fehler zuzuschieben, erinnert an den Räuber Peter Petri, der im 18. und 19. Jahrhundert im Hunsrück und Odenwald sein Unwesen trieb. Auf diese wenig bekannte Tatsache weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch "Der Schwarze Peter" hin.

Der 1752 in Burgen bei Veldenz im Moselgebiet geborene, schwarzhaarige Holzfäller, Köhler und Räuber war ein Lehrmeister und Komplize des 25 Jahre jüngeren Schinderhannes (1777-1803), der als Deutschlands berühmtester Räuber gilt. Peter Petri kam auf die schiefe Bahn, nachdem französische Soldaten 1792 seine Hütte in der Holzfällerkolonie Hüttgeswasen bei Allenbach im Hunsrück angezündet hatten.

1812 verurteilte man Peter Petri im damals zu Frankreich gehörenden Mainz wegen seiner Verbrechen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, die er in Bicetre bei Paris absitzen sollte. Er erfand hinter Gittern das Kartenspiel "Schwarzer Peter", bevor er zu einem heute nicht mehr bekannten Zeitpunkt im Säuferwahn starb. Sowohl der Name des Kartenspiels als auch der Begriff "Schwarzer Peter" gehen laut Ernst Probst auf den zu Lebzeiten gefürchteten Räuber zurück.

Freitag, 1. September 2006

Der Stachelhai Acanthodes: Ein Fisch ohne Zähne



Wiesbaden - Während der frühen Permzeit vor etwa 290 bis 260 Millionen Jahren schwammen in vielen Seen im Gebiet von Deutschland die später ausgestorbenen Stachelhaie (Acanthodier). In Mitteleuropa wird die frühe Permzeit wegen der teilweise auffällig rotgefärbten Gesteine aus diesem Zeitabschnitt auch Rotliegendzeit genannt. Ablagerungen aus dieser Zeit treten beispielsweise auf der linken Rheinseite bei Nierstein und Nackenheim unweit von Mainz und örtlich im Saar-Nahe-Gebiet besonders deutlich zutage.

Der Name Stachelhaie beruht auf den kräftigen Stacheln, die bei diesen Fischen jeweils den Vorderrand der Flossensegel stützten. Die Stachelhaie sind mit den echten Haien nicht verwandt und werden im weiteren Sinne zur Gruppe der Panzerfische (Placodermen) gerechnet.

In Schichten aus der Rotliegendzeit wird die Stachelhai-Gattung Acanthodes oft gefunden. Auf diesem Fundreichtum fußt der Name Acanthodes-Schichten im Thüringer Wald.

Von der Gattung Acanthodes sind aus der Rotliegendzeit zwei Arten bekannt sind: Eine davon ist die bis zu 20 Zentimeter lange Art Acanthodes bronni, die andere die kleinere Art Acanthodes gracilis.

Bei Acanthodes ist die Panzerung in ein aus vielen kleinen Knochenschuppen bestehendes Schuppenkleid abgewandelt. Die zahnlosen Stachelhaie ernährten sich offenbar von Plankton. Acanthodes gilt als guter Schwimmer, der wohl bevorzugt dicht unter der Wasseroberfläche in großen stehenden Gewässern lebte.

Zu Lebzeiten der Stachelhaie in der frühen Permzeit lagen die Lebensräume dieser Fische im damaligen tropischen Gürtel auf 10 Grad bis 20 Grad nördlicher Breite. Das heißt: Analog zu heutigen tropischen Seen herrschte in den oberen Wasserschichten eine Temperatur von ständig mehr als 20 Grad Celsius mit nur sehr geringfügigen Schwankungen.

An den einstigen Fundstellen der Stachelhaie in Rheinland-Pfalz sind seit 1986 Grabungen nach Fossilien gesetzlich verboten. Seitdem gibt es von dort keine Neufunde mehr. Es gelangen aber immer wieder Altfunde aus dem Besitz von Privatsammlern in den Fossilienhandel.

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Literatur:
Haubold, Hartmut: Die Lebewelt des Rotliegenden, Wittenberg 1983
Probst, Ernst: Deutschland in der Urzeit, München 1986

Hermann von Meyer: Ein Pionier der Wirbeltierpaläontologie

Von Ernst Probst



Christian Erich Hermann von Meyer kam am 3. September 1801 in Frankfurt am Main als Sohn des Juristen Johann Friedrich von Meyer (1772-1849) zur Welt. Sein Vater wurde 1825 Bürgermeister und Gesandter der freien Reichsstadt Frankfurt in der Bundesversammlung. Von Kindheit an litt Hermann unter einem körperlichen Gebrechen. Er hatte eine Art von Klumpfüßen, weswegen er nicht lange stehen oder gehen konnte.

Wegen seiner Behinderung war Hermann von vielen Kinderspielen, bei denen im Freien herumgetobt wurde, ausgeschlossen. Er genoss in seiner Familie eine sehr gute Erziehung. Von Mai 1808 bis Oktober 1815 besuchte er das Gymnasium in Frankfurt am Main. Als Gymnasiast wandte er sich der Mineralogie und Chemie zu. Mit Friedrich Wöhler (1800-1882), der später ein berühmter Chemiker wurde, führte Hermann als Jugendlicher im Hof seines Elternhauses chemische Versuche durch. Sein Taschengeld gab er fast ausschließlich für Mineralien, Reagentien und Druckschriften über Chemie und Mineralogie aus.

1818 arbeitete Hermann von Meyer zur Vorbereitung auf das Hüttenwesen im Kahler Glaswerk. Auf Wunsch seines Vaters absolvierte er von 1819 bis 1822 eine Lehre im Bankhaus Gebr. Meyer seines Onkels. Die Beschäftigung in der Bank befriedigte ihn nicht. Während dieser Zeit verzichtete er nicht auf seine chemischen Versuche zusammen mit Wöhler.

Ab Mai 1822 studierte der 21-jährige Hermann von Meyer an der Universität Heidelberg Mineralogie, Mathematik und Physik. Zu seinen akademischen Lehrern gehörten unter anderem die berühmten Wissenschaftler Heinrich Georg Bronn (1800-1862), Karl Cäsar von Leonhard (1779-1862) und Leopold Gmelin (1789-1853).

1824/1825 setzte Hermann von Meyer an der Universität München sein Studium fort. Dort ordnete er zusammen mit Franz von Kobell (1803-1882) die mineralogische Sammlung des bayerischen Staates und hatte in seiner Freizeit Kontakt mit Architekten, Bildhauern und Malern.

Im Juli 1825 lernte Hermann von Meyer den Arzt und Anatom Samuel Thomas von Sömmering (1755–1830) kennen. Auf dessen Veranlassung wurde er am 16. August jenes Jahres in die nach dem Frankfurter Arzt Johann Christian Senckenberg (1707-1772) benannte, 1817 gegründete Senckenbergische Naturforschenden Gesellschaft (SNG) aufgenommen. Er ordnete deren mineralogische und paläontologische Sammlung, entwickelte sich bald dank seiner Ausdauer, seines Scharfsinns und Zeichentalents vom Schüler zum Meister und war Mitredakteur und einer der Hauptautoren der Veröffentlichungsreihe "Museum Senckenbergianum".

Im Sommer 1827 wechselte Hermann von Meyer nach Berlin, betrieb dort naturwissenschaftliche Studien und pflegte die Geselligkeit. Täglich traf er sich mit der Schriftstellerin Bettina von Arnim (1785-1859) und lernte dank ihrer Hilfe bedeutende Künstler und Schriftsteller kennen.

1827/1828 leitete Hermann von Meyer in Nürnberg ein Institut für Glasmalerei, das unter anderem Arbeiten am Regensburger Dom ausführte. Am 10. Juni 1829 wurde er Mitglied der Leopoldinischen Akademie und erhielt den Beinamen „Scheuchzer", der an den schweizerischen Arzt, Mathematikprofessor und Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) erinnerte.

Am 9. November 1830 wurde Hermann von Meyer in Frankfurt am Main zum Diaconus der evangelisch-lutherischen Gemeinde gewählt, am 10. Oktober 1834 in die Bürgerrepräsentation aufgenommen und 1835 zum Senior des evangelisch-lutherischen Armenpflegeamts ernannt.

Mit großer Begeisterung unternahm Hermann von Meyer paläontologische Studien. Er besuchte die fossilienreichen Sandgruben von Eppelsheim in Rheinhessen sowie Fossilienfundstätten in Georgsmünd und Solnhofen.

Hermann von Meyer nahm an zahlreichen Versammlungen von Naturforschern in Europa teil. Ungeachtet seiner Abneigung gegen öffentliches Reden vor großem Publikum trug er zahlreiche Mitteilungen in den Sektionssitzungen vor. Sein Vortragsstil wird als klar, bündig, streng sachlich und seine Sprache als gewählt geschildert.

Der Gelehrte Hermann von Meyer verfasste mehr als 300 wissenschaftliche Publikationen, beschrieb viele Fossilien und gab ihnen einen wissenschaftlichen Namen. Unter anderem prägte er die Gattungsnamen Plateosaurus (1837) für einen Dinosaurierfund bei Heroldsberg unweit von Nürnberg, Rhamphorhynchus für einen Flugsaurier (1847), Stenopelix für einen Dinosaurier (1857) und Archaeopteryx (1861) für den Abdruck einer Feder eines Ur-Vogels aus Solnhofen.

Zeitgenossen rühmten die vorzügliche Allgemeinbildung Hermann von Meyers, sein großes handwerkliches und zeichnerisches Geschick sowie seine gerade und vornehme Gesinnung. Außerdem lobte man seinen ungewöhnlichen Fleiß, seine Ordnungsliebe, seine wundervoll organisierte Arbeit, seine ausgezeichnete Höflichkeit, seine feinen, weltmännischen Umgangsformen und seine Gottesfurcht.

1837 ernannte man Hermann von Meyer zum "Bundestags-Cassen-Controleur" in Frankfurt am Main. In dieser Zeit entfaltete er seine stärkste literarische Aktivität. Er begann sein Werk „Zur Fauna der Vorwelt", gründete zusammen mit Wilhelm Dunker (1809-1885) die „Paleontographica" und publizierte viele kleinere Abhandlungen. Von 1838 bis 1843 wirkte er als Sektionär für die „Osteologie" der SNG in Frankfurt am Main.

1845 erhielt Hermann von Meyer einen akademischen Grad dank einer Ehrenpromotion durch die philosophische Fakultät der Universität Würzburg. 1851/1852 fungierte er als Erster Direktor der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.

Im März 1860 erhielt Hermann von Meyer einen Ruf als Professor der Geologie und Paläontologie an die Universität Göttingen, den er aber ablehnte. Er legte großen Wert auf die Unabhängigkeit seiner Stellung in der Wissenschaft und verzichtete stets auf Honorar für seine literarischen Arbeiten.

Ab 1. Januar 1863 arbeitete Hermann von Meyer als Bundestags-Cassier, was ihm vermehrte Arbeit einbrachte. Im selben Jahr bezeichnete man einen Berg in Neuseeland ihm zu Ehren als Mount Meyer. 1866 brachte er die "Bundescasse" vor den Preußen in Sicherheit, zunächst auf die Festung Ulm und dann nach Augsburg. Nach Kriegsende wickelte er die Liquidation der "Bundescasse" ab und wurde nach 30-jähriger Amtsführung zusammen mit den anderen Bundesbeamten pensioniert.

Bald danach erschwerte ein bösartiges Augenleiden Hermann von Meyer das Lesen und Schreiben. Am 2. April 1869 starb er nach einem Schlaganfall.

In einem Nachruf über ihn ist zu lesen: "Die große Zahl seiner Mitbürger, welche dem schön gewachsenen Mann in schwarzem Anzuge und dem wegen mißgebildeter Füße beschwerlichen Gang, den er durch einen Stock unterstützen mußte, auf seinen täglichen Spaziergängen um die Stadt begegnete, kannte ihn wohl nur als Bundes-Cassier; nur die wenigsten wußten, welche hohe Stellung derselbe sich in der Gelehrtenwelt errungen hatte".

Das Unwissen über die große wissenschaftliche Leistung Hermann von Meyers ist bis heute geblieben. In gedruckten heutigen Lexika wird der bedeutendste Wirbeltierpaläontologie Deutschlands unverständlicherweise nicht erwähnt


*


LITERATUR

Hermann von Meyer -
Frankfurter Bürger und Begründer der
Wirbeltierpaläontologie in Deutschland
(Hermann von Meyer -
A Frankfurt citizen and pioneer
of vertebrate paleontology in Germany.)
Hrsg.: Keller, Thomas; Storch, Gerhard
2001. 47 Seiten, 27 Abbildungen, 3 Tabellen,
30x21 cm
(Kleine Senckenberg-Reihe, Band 40)
ISBN 3-510-61329-5
www.schweizerbart.de/pubs/books/sng/
kleinesenc-190104000-desc.html

Bielohlawek-Hübel, Gerold (Herausgeber): Hermann von Meyer. Aus: Wer fand den Urvogel? Die Geschichte des Archaeopteryx aus dem Altmühljura, Riedstadt 2005

Probst, Ernst: Deutschland in der Urzeit, München 1986

Struve, Wolfgang: Hermann von Meyer. Sonderdruck aus Senckenbergiana Lethaea, Band 48, S. 56-70, 1967. Aus der Geschichte des Senckenberg-Museums, 15: Zur Geschichte der Paläozoologisch-Geologischen Abteilung des Naturmuseums und Forschungs-Instituts Senckenberg. Teil I: von 1763 bis 1907, Frankfurt am Main, 22. 11, 1967

Mammutsitzungen gibt es nicht

Mammut

Wiesbaden – Die in den Medien, in der Politik und in der Wirtschaft oft gebräuchlichen Begriffe Mammutprogramm und Mammutsitzung im Sinne von etwas besonders Großem sind völlig fehl am Platz. Denn das eiszeitliche Mammut Mammuthus primigenius war in Wirklichkeit nicht das größte Rüsseltier, sondern mit einer Schulterhöhe von etwa 3 Metern kleiner als ein heutiger Afrikanischer Elefant. Darauf weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" hin.

Die größten Elefanten sind – laut Probst – die Waldelefanten (Palaeoloxodon antiquus) und Steppenelefanten (Mammuthus trogonterii) im Eiszeitalter gewesen, die eine Schulterhöhe von ca. 4,50 Metern erreichten. Er glaubt aber nicht, dass statt Mammutprogramm und Mammutsitzung künftig Waldelefanten- oder Steppenelefantensitzung gesagt werden wird.

Mammute existierten etwa vor 250.000 bis 12.000 Jahren in Europa., aber auch in Asien, Amerika und Afrika. Sie sind durch ein dichtes Fell mit bis zu 35 Zentimeter langen Wollhaaren und darüber liegenden Deckhaaren gut gegen Kälte geschützt gewesen. Außerdem hatten sie eine 3 Zentimeter dicke Haut und eine dicke Fettschicht. Ihre Stoßzähne waren bis zu 4 Meter lang und wogen pro Exemplar drei Zentner. Damit konnten sie Schnee wegschaufeln, um an die darunter befindliche pflanzliche Nahrung zu gelangen. Über das Aussehen der Mammute weiß man gut Bescheid, weil in Sibirien und Alaska insgesamt mehr als 40 Kadaver im Dauerfrostboden geborgen wurden.

Das Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" präsentiert zahlreiche Rekorde aus der Erdgeschichte, Pflanzenwelt, Tierwelt und Menschheitsgeschichte. Ernst Probst schrieb auch die Bücher "Deutschland in der Urzeit", "Deutschland in der Steinzeit", "Monstern auf der Spur" (Drachen, Riesen, Einhörner), "Der Ur-Rhein" und "Höhlenlöwen".

Der Wissenschaftsautor Ernst Probst hat sich vor allem durch seine Bücher über die Urzeit, Steinzeit und Bronzezeit einen Namen gemacht. Diese Standardwerke stehen in vielen europäischen Bibliotheken, werden in der Fachliteratur, den Medien und in renommierten Lexika erwähnt.

Entdeckungsgeschichte des Berliner Urvogels in neuem Licht

UrvogelStrich

Was der Experte Helmut Tischlinger herausfand

Eichstätt – Die Entdeckungsgeschichte des wertvollsten Fossils aller Zeiten muss umgeschrieben werden. Der in den 1870-er Jahren am Blumenberg bei Eichstätt in Bayern gefundene und heute im Museum für Naturkunde in Berlin aufbewahrte Urvogel Archaeopteryx wurde früher entdeckt, als bisher in der Fachliteratur angegeben ist. Die Ehre, der Entdecker zu sein, gebührt einem anderen Mann. Außerdem ist die Fundschicht vermutlich älter, und am Skelett dieses Archaeopteryx erkannte man neue Einzelheiten.

Herausgefunden hat dies der Fossilien-Experte und anerkannte Urvogel-Forscher Helmut Tischlinger aus Stammham (Landkreis Eichstätt). Seinen Recherchen zufolge kam der Urvogel vom Blumenberg, der heute in der Fachliteratur wegen seines Aufbewahrungsortes als "Berliner Exemplar" bezeichnet wird, nicht im Herbst 1876, sondern vermutlich schon 1875 oder sogar 1874 ans Tageslicht. Entdecker war nicht der Landwirt und Gastwirt Johann Dörr (1841-1915), sondern der Landwirt, Steinbruch- und Sandgrubenbesitzer Jakob Niemeyer (1839-1906), genannt "Sandjakl", aus dem Ort Blumenberg (heute ein Stadtteil von Eichstätt).

Niemayer

Links Jakob Niemeyer, rechts Johann Dörr

Jakob Niemeyer, dessen einzige Kuh gerade verendet war, verkaufte den auf seinem Gelände geborgenen Urvogel für eine Kuh zum damaligen Wert von 150 bis 180 Mark an seinen Nachbarn Johann Dörr, der das noch im Stein verborgene Fossil als Flugsaurier fehldeutete und für 300 Mark an den Steuerberater Ernst Häberlein (1819-1896) aus Weidenbach bei Ansbach veräußerte. Häberlein präparierte das von einer dünnen Gesteinsschicht bedeckte Fossil, bemerkte als erster Federabdrücke und seine wahre Natur als Urvogel. Im April 1880 verkaufte er das Fossil für 20.000 Goldmark, was einer heutigen Kaufkraft von mindestens 500.000 bis 1 Million Euro entspricht, an den Industriellen Werner von Siemens (1816-1892). Dieser überließ den Urvogel großzügigerweise zum selben Preis, der im April 1881 und im April 1882 in zwei Raten von je 10.000 Goldmark bezahlt wurde, dem damaligen "kgl. Mineralogischen Museum der Universität Berlin".

Die neuen Fakten über die Entdeckungsgeschichte des "Berliner Exemplars" verdankt Helmut Tischlinger der Eichstätter Steinbruchbesitzerin und Firmenleiterin Gunda Mayer. Sie wandte sich im Frühjahr 2005 an ihn, um aus ihrer Familienüberlieferung Details zur Fundgeschichte des "Blumenberger Urvogels" (heute "Berliner Exemplar") weiterzugeben. Sie stammt aus einer der Steinbruch-Dynastien vom Blumenberg bei Eichstätt. Ihr Urgroßvater Jakob Niemayer betrieb zur Entdeckungszeit des Urvogels einen Steinbruch und eine Sandgrube am südöstlichen Ortsrand des Ortes Blumenberg.

Gunda Mayer konnte Helmut Tischlinger genau die Stelle zeigen, wo einst das "Berliner Exemplar" ans Tageslicht gekommen war und wo sich heute ein Wiesengelände befindet. Dort existieren laut Geologischer Karte von Bayern nicht die sonst überall auf dem Blumenberg anstehenden Oberen Schichten des Weißjura, sondern ältere Untere Solnhofener Schichten des Weißjura. Wenn das "Berliner Exemplar" tatsächlich aus letzteren Schichten stammt, wäre es der geologisch älteste aller bisherigen zehn Urvogelfunde.

Früher hatte es irrtümlich geheißen, das "Berliner Exemplar" sei im Steinbruch von Johann Dörr entdeckt worden. In Wirklichkeit besaß Dörr aber, wie Tischlinger ermittelte, zur Fundzeit noch keinen Steinbruch, sondern erst viel später.

Helmut Tischlinger nahm 2003, 2004 und 2005 am "Berliner Archaeopteryx-Exemplar" umfangreiche Untersuchungen unter langwelligem ultraviolottem Licht mit einer verbesserten Filterungstechnik vor. Dabei konnte er mehrere bisher unklare Einzelheiten des Skelettbaus unterscheiden und wissenschaftlich beschreiben.

Untersuchungen am Schultergürtel des "Berliner Urvogels" durch Tischlinger zeigten, dass dieser nicht gut und ausdauernd fliegen konnte. Er habe eher wie ein Hühnervogel gelebt.

Überraschenderweise stellte sich zudem heraus, dass die Reste der Federn nicht nur als Abdruck, sondern stellenweise auch als dunkler Substanzfilm erhalten sind. Die Federreste stimmen in ihrem Bau mit Federn moderner Vögel überein. Tischlinger vermutet, der Urvogel sei rebhuhnfarben gemustert gewesen.

In der Zeitschrift "Archaeopteryx" des Jura-Museums Eichstätt schilderte Tischlinger auch, wie das "Berliner Archaeopteryx-Exemplar" gegen Ende des Zweiten Weltkrieges vor Zerstörung bei Luftangriffen oder Abtransport nach Russland bewahrt wurde. Als die Bombardements zunahmen, entfernte man im Museumskeller einige Bodenplatten, hob eine Grube aus, versenkte darin den Urvogel in einer feuerfesten Stahlkassette zusammen mit dem Kopf eines riesigen Dinosauriers aus Afrika. Danach tarnte man das Versteck mit Sand- und Bodenplatten so gut, dass es bei Kriegsende nicht aufspürbar war.

Das Original des "Urvogels vom Blumenberg" wird momentan in einem Tresor sicher aufbewahrt. Nach Abschluss der Arbeiten zur Neugestaltung der paläontologischen Ausstellungen des Museums für Naturkunde soll es ab 2007 in einer von dem Berliner Geschäftsmann Hans Wall gespendeten Hochsicherheitsvitrine zu bewundern sein.

Das Paläontologische Museum Nierstein

Der Museumsgründer Arnulf Stapf



Die Geschichte des Paläontologischen Museums Nierstein begann im Spätsommer 1945. Damals entdeckte der neunjährige Schüler Arnulf Stapf aus Nierstein beim Angeln am Rhein zufällig ein Geröll mit Flittern von Blattgold. Dies war der Auslöser dafür, dass er in der Folgezeit die Gerölle am Rheinufer aufmerksam beobachtete.
Gold fand der kleine Arnulf Stapf nicht mehr, aber dafür Muscheln und Schnecken, die ihn bald mehr interessierten als die geangelten Fische. An der Bahnstrecke zwischen Nierstein und Nackenheim stieß Arnulf als Zehnjähriger auf Schotter zum Unterbau der Gleisanlagen, die aus dem Abraum des saarländischen Kohlereviers stammten und Pflanzenfossilien aus dem Karbon enthielten.
Während eines Sommerurlaubs bei seinem Onkel in Alzey lernte der Schüler Arnulf Stapf auch die fossile Tierwelt des Oligozän kennen. Der Untermieter des Onkels hatte den Jungen in die Sand- und Kiesgruben der Alzeyer Umgebung geführt, wo er Haifischzähne, Schnecken und Muscheln bergen konnte.
Fortan ließ Arnulf Stapf die Liebe zu Fossilien nicht mehr los. Besonders beeindruckte ihn das oft hohe geologische Alter von vielen Millionen Jahren dieser Zeugen der Erdgeschichte.
Die Wohnung der Eltern von Arnulf Stapf in Nierstein erwies sich im Laufe der Zeit zu klein für die immer mehr wachsende Fossiliensammlung.

Gründung des Museums

Es war ein Glücksfall, dass der Bürgermeister von Nierstein. Paul Hexemer, die Bedeutung der Fossiliensammlung von Arnulf Stapf erkannte. Nach Fertigstellung des Neuen Rathauses Anfang der 1970-er Jahre stellte Hexemer im Alten Rathaus ein Zimmer für die Stapf'sche Sammlung als Ausstellungsraum zur Verfügung.
Dank der Spenden von Privatpersonen und Firmen konnten die ersten Vitrinen angeschafft werden. Der Vater von Arnulf Stapf entwickelte sich zum versierten Museumsführer durch die Ausstellung.
1973 wurde das Paläontologische Museum Nierstein offiziell eröffnet. Es verfügt heute über vier Räume im ersten Stock des Alten Rathauses von Nierstein. Die Ausstellung ist seit der Gründung jeden Sonntag geöffnet, der Besuch ist kostenlos.
Beim Suchen von Fossilien kam der Elektriker Arnulf Stapf, der unter anderem Waschmaschinen reparierte, im In- und Ausland mit vielen Gleichgesinnten zusammen. Seine Reisen zu Fossilienfundstätten führten ihn nach Gotland, Schottland, Wales, Frankreich, Belgien, Österreich, in die Tschechoslowakei und nach Nordafrika.

Der Förderverein

1974 erfolgte die Gründung des "Vereins der Freunde des Niersteiner Paläontologischen Museums e. V.". Der Verein hatte 2005 rund 250 Mitglieder, darunter sind engagierte Fossiliensammler und renommierte Wissenschaftler. Die Mitglieder treffen sich an jedem ersten Freitag eines Monats zum Stammtisch und zu wissenschaftlichen Vorträgen.
Zum tüchtigsten Mitstreiter von Arnulf Stapf entwickelte sich sein Sohn Harald, der beruflich als Designer arbeitet. Er barg und präparierte zahlreiche bedeutende Fossilfunde, erwarb sich Verdienste bei der Präsentation des Paläontologischen Museums Nierstein und gilt als renommierter Amateurpaläontologe.

Ehrungen für Arnulf Stapf

1978 wurde die große Leistung von Arnulf Stapf, zahlreiche Zeugen aus allen Epochen der Erdgeschichte zusammengetragen zu haben und in einem Museum zu zeigen, gewürdigt: Damals erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Auch in die Annalen der Paläontologie ging Arnulf Stapf ein: Nach ihm sind eine fossile Muschel (Chlamys stapfi) aus dem Oligozän und die älteste Eintagsfliege (Misthodotes stapfi) Mitteleuropas aus dem Perm benannt. Über das Paläontologische Museum Nierstein wurde oft in Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen berichtet.
Arnulf Stapf und sein Sohn Harald führen jeden Sonntag – oder sonst nach Vereinbarung – Besucher/innen persönlich und kostenlos durch das Paläontologische Museum. Bis 1993 wurde die Ausstellung bereits von mehr als 250.000 Interessierten, darunter vielen Professoren und Studenten, besucht

Die Ausstellung

Das Paläontologische Museum Nierstein präsentiert rund 2000 Fossilien aus allen Perioden der Erdgeschichte. Die Ausstellungsobjekte wurden mehr als 30 Jahre lang allein von Arnulf Stapf und später mit Hilfe seines Sohnes Harald und vieler Freunde zusammengetragen. Schwerpunkte der sehenswerten Schau sind Pflanzen- und Tierfossilien aus der Rotliegend-Zeit (Perm) von Nierstein in Rheinhessen sowie aus dem Saar-Nahe-Gebiet (Odernheim, Jeckenbach, Sobernheim), Fische aus dem Devon von Schottland, Mollusken aus dem Alttertiär des Pariser Beckens, Insekten und Fische aus dem Tertiär von Süd-Frankreich und Rheinhessen, Pflanzen und Insekten aus dem Pliozän von Willershausen, versteinertes Holz aus dem Raum Leipzig.

Literatur

Fossilien aus dem Paläontologischen Museum Nierstein wurden in populärwissenschaftlichen Büchern und wissenschaftlichen Abhandlungen beschrieben und abgebildet:
Ernst Probst: Deutschland in der Urzeit, München 1986
Ernst Probst: Rekorde der Urzeit, München 1996
Freunde des Paläontologischen Museums Nierstein: Fossile Kostbarkeiten, Nierstein 1992

Lesetipp

Paläontologisches Museum Nierstein
http://www.museum-nierstein.de

Drachensagen sind oft Jägerlatein

Leseprobe aus dem Taschenbuch "Monstern auf der Spur" (Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden sind) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst:



Riesengroß, den Furcht erregenden Rachen weit aufgerissen, geifernd, Feuer speiend, die Luft verpestend und wild mit dem kräftigen Schwanz um sich schlagend – so wird der Drache in vielen Märchen und Sagen beschrieben. In den germanischen Mythen kämpfte Thor, der Gott des Donners, gegen die Midgardschlange. Der Drache Nidhögg nagte an den Wurzeln der Weltesche Yggdrasil, bis sie in der Götterdämmerung zusammenstürzte. Und Siegfried von Xanten tötete den Riesen Fafnir, der in Drachengestalt einen großen Goldschatz hütete.

In Indien priesen Sänger den Sieg des Gewittergottes Indra über die VritraSchlange: „Kläglich wie ein geknicktes Rohr liegt der Drache.“ Bei den Griechen bezwang der Gott Apollon den Python-Drachen, und der Halbgott Herakles tötete die neunköpfige Lernäische Hydra. Die Sumerer rühmten den Blitze schleudernden Göttersohn Marduk, der die Urgöttin der Finsternis, das Meeresungeheuer Tiamat, in zwei Teile spaltete, aus denen er dann Himmel und Erde bildete. Und der semitische Fruchtbarkeitsgott Baal erschlug den Chaosdrachen, den „Fürsten Meer“, mit einer Zauberkeule, wie auf 3000 Jahre alten Tontafeln von Ugarit zu lesen ist. Ähnliche Beispiele ließen sich in Hülle und Fülle aufführen. Die sich durch ein paar Jahrtausende hinziehende Gleichförmigkeit von Beschreibungen des ganze Landstriche verheerenden, Jungfrauen raubenden, meistens in einer dunklen Höhle hausenden Untieres, das schließlich von einem kühnen Drachentöter besiegt wird, erscheint Literaturwissenschaftlern, Völkerkundlern und anderen Forschern als merkwürdig. Es ist oft gefragt worden, wie es zu dieser immer wiederkehrenden Vorstellung vom Drachen gekommen ist. War es die Begegnung mit dem Krokodil oder dem Großwaran, oder waren es Funde von Knochenresten längst ausgestorbener Urzeittiere, welche die Phantasie der Menschen zu allen Zeiten beflügelt haben? Oder lebt gar in den Bildern vom Drachen die Urerinnerung an prähistorische Großsaurier?

Wenn es nach Carl Sagan (1934–1996) gegangen wäre, dem Professor für Astronomie und Weltraumwissenschaften sowie Direktor des Forschungslaboratoriums für Planetarische Studien an der Cornell-Universität in Ithaca im amerikanischen Bundesstaat New York, dann hätten zumindest im Garten Eden Drachen gelebt. Der Wissenschaftler sagte: „Das jüngste Fossil eines Dinosauriers ist etwa 65 Millionen Jahre alt, die Familie des Menschen (nicht die heutige Gattung Homo) einige zehn Millionen Jahre. Kann es menschenähnliche Geschöpfe gegeben haben, die tatsächlich dem Tyrannosaurus rex (einem der größten Raubdinosaurier) begegnet sind? Kann es Dinosaurier gegeben haben, die der Vernichtung in der späten Kreidezeit entgingen?“ Sagan fragte auch, ob die Angst vor Ungeheuern, von Kindern bald nach dem Erlernen der Sprache entwickelt, nicht Überbleibsel einer Reaktion auf „Drachen“ der Urzeit sind.

Der Münchner Paläontologe Edgar Dácque (1878–1945) hielt ein bis in die Kreidezeit zurückreichendes Artgedächtnis des Menschen für möglich. Er war davon überzeugt, dass die damalige Erfahrung mit Dinosauriern die Ursache für die Überlieferung von den Drachen sei. Die Tatsache, dass es in der Kreidezeit, die vor etwa 65 Millionen Jahren endete, Menschen noch nicht gab, tat Dácque mit der Behauptung ab: „Vorfahren von uns in noch unentwickelter Tiergestalt muss es damals schon gegeben haben, und warum sollten ihre Erfahrungen nicht auf uns überkommen sein?“

Manche Urzeitforscher vertreten die These, in der Kreidezeit seien möglicherweise gar nicht alle Riesensaurier ausgestorben. Einige der letzten Vertreter dieser Tiere könnten bis in geschichtliche Zeiten in der Meerestiefe überdauert haben und so zu den Vorbildern für die Ungeheuer der Sagen geworden sein. Zoologen, die mit derartigen Gedanken liebäugeln, erinnern daran, dass es erst wenige Jahrzehnte her ist, dass man 1938 in den Meerestiefen vor der afrikanischen Küste den Quastenflosser Latimeria entdeckte, den lebenden Vertreter einer Fischgruppe, die in der Urzeit mit langstieligen Flossen an Land gegangen war. Bis dahin hatte man solche Fische für die Zeitgenossen der Saurier und daher für ausgestorben gehalten.

„Vielleicht erleben wir es, dass in irgendeinem Winkel der Erde ein letzter Riesensaurier lebend gefunden wird?“ schrieb Professor Joachim Illies (1925–1982) vom Max-Planck-Institut für Limnologie in Schlitz in seinem Buch zur „Anthropologie des Tieres“. Ja, vielleicht sei man ihm sogar längst auf der Spur. Schließlich sei das Ungeheuer aus dem schottischen Bergsee Loch Ness schon so oft und endgültig für tot erklärt worden und stets so hartnäckig wieder aufgetaucht, dass allein diese Zähigkeit „Nessie“ als echten Angehörigen des sagenhaften Drachengeschlechtes ausweise.

Für die große Mehrheit der Forscher jedoch sind Drachen nichts als Fabelwesen, die lediglich in der Vorstellung vieler Natur- und auch Kulturvölker Gestalt angenommen haben und sich nach Kulturraum und Wesensart unterscheiden. Saurier dagegen haben vor etwa 300 bis 65 Millionen Jahren unseren Planeten bevölkert, wie Fossilfunde zeigen.

Die Vorfahren des Menschen, die kleinen Australopithecinen („Südaffe“), erschienen nach heute allgemein anerkannter Lehrmeinung vor etwa fünf Millionen Jahren in den Tropen. Die ersten Menschen des heutigen Typs Homo sapiens sapiens gibt es in Europa erst seit etwa 35000 Jahren. Selbst dann also, wenn manche Sagen und Märchen, in denen Drachen eine Rolle spielen, uralt sind, ist es nach Ansicht der meisten Wissenschaftler doch ausgeschlossen, dass die Erinnerungs- und die Überlieferungsfähigkeit des Menschen Zehntausende von Jahren überbrücken oder gar 65 Millionen Jahre bis in die Zeit der letzten Dinosaurier zurückreichen könnte.

Dass unseren Vorfahren vielleicht noch Drachen begegnet wären – dies glaubt auch der Wirbeltierpaläontologe Rupert Wild vom Museum für Naturkunde in Stuttgart nicht, der als einer der besten Kenner von Dinosauriern in Deutschland gilt. Denn die Dinosaurier sind gegen Ende der Kreidezeit vor etwa 65 Millionen Jahren ausgestorben. Aus der Zeit danach findet man Überreste von ihnen nicht mehr. Es sei aber nicht auszuschließen, dass zu Urzeiten des Menschen große, inzwischen ausgestorbene Tiere existierten, die ihm Furcht und Schrecken einjagten. So kenne man aus Australien fossile Reste von mehr als fünf Meter langen Waranen, die noch im jüngeren Eiszeitalter vor etwa 20000 Jahren zu Zeiten der frühen Jetztmenschen gelebt hätten.

Die Furcht des Menschen vor Drachen und anderen Ungeheuern wird von Rupert Wild für eine alte, an ursprüngliche Zustände erinnernde und vielleicht erblich bis heute bewahrte Eigenschaft gehalten. Sie stammt nach seiner Ansicht aus einer Zeit, in der sich der Mensch noch aktiv mit „Konkurrenten“ auseinandersetzen, in der er ums nackte Überleben kämpfen musste. Während der Eiszeiten und Zwischeneiszeiten etwa hatte sich der Mensch gegen Höhlenbären, Höhlenhyänen, Höhlenlöwen und andere Tiere zu behaupten, die ihm gefährlich werden konnten. Vielleicht lasse sich die Angst vor Ungeheuern, vor allem bei Nacht und Nebel, als eine Art „Ur-Instinkt“ bezeichnen, der sich – infolge einer zunächst noch gering bleibenden Verbildung durch die Zivilisation – besonders bei Kindern bis zu einem gewissen Alter erhalten hat, meint Wild.

Die Drachensagen gingen möglicherweise auf ein erblich oder von Generation zu Generation überliefertes „Urerlebnis“ zurück, bei dem der frühe Mensch vielleicht ein seine Existenz bedrohendes räuberisches Tier getötet habe. Wahrscheinlich sei dieses dann von der ganzen Sippe „begutachtet“ worden, erläutert der Saurierexperte des Stuttgarter Naturkundemuseums. Man kenne ähnliches ja noch aus unserer Zeit: etwa wenn ein Wolf gejagt und erschlagen werde. Man wisse dies aus Berichten über den Tod der letzten Raubtiere wie Bären, Wölfe oder Luchse in den Wäldern Mitteleuropas.

Die Drachensagen in Südosteuropa und Afrika wiederum gehen zum Teil auch auf den Löwen (zum Beispiel den Berberlöwen) zurück, der im Altertum noch in Europa vorkam, wie es griechische und römische Berichte belegen. Die Ausrottung des Löwen habe vermutlich ähnliche Sagen entstehen lassen wie bei uns die Ausrottung der letzten großen Raubtiere, sagt Wild. Nicht zuletzt Jägerlatein spiele bei Drachensagen eine Rolle, das gelte für die Größe, das Aussehen und natürlich für die Gefährlichkeit des Tieres.

Stark übertriebene Berichte über die Länge und die Kraft von Schlangen sowie über deren Aussehen – mit „Stachelschwanz“, „Hautflügeln“, „Knochenkämmen“ – bewirkten, dass in der alten Zoologie der Drache zum Inbegriff aller Ungeheuer wurde. Der heute noch in Afrika weitverbreitete, bis zu sechs Meter lange Felspython, der nachts sogar größere Säugetiere wie Antilopen oder Schweine überwältigt, wurde in der Antike als doppelt so lang geschildert. Aristoteles (384–322 v. Chr.) beschrieb die Pythonschlange aus Libyen als von ungeheurer Größe. Und Plinius (23–79 n. Chr.) versetzte dieses stattliche Reptil als „Boa“ dann nach Kalabrien und in den Süden Italiens, wo es – so berichtete er – Rinder und Hirsche verschlungen habe, was zwar falsch war, aber das ganze Mittelalter hindurch weiter behauptet wurde.

Der Drache habe gemäß der Weltsicht der Antike in die Liste der irdischen Tiergestalten gehört, sagte der bereits erwähnte Professor Illies. Er fehlte in keinem Tierbuch jener Zeit. Konrad von Megenberg, Zoologe des 14. Jahrhunderts, schrieb zum Beispiel: „Draco ist der groesten tier ainz, daz dia werlt hot.“ Auf dem Kopf, so heißt es dann weiter, trägt er einen Kamm; wenn er läuft, reckt er die Zunge vor, heult und gähnt er mit dem Maul; aber nicht seine Zähne sind gefährlich, sondern sein Schwanz ist es – mit diesem schlägt er tödlich zu. „Von dem mag der groz helfant nicht sicher gesein“, spekulierte Megenberg.

Im neunten Jahrhundert wurzelt die Sage über einen roten Drachen, der den Sumpf von Geldern-Pont im Niederrheingebiet tyrannisiert haben soll. Dies geschah zu einer Zeit, in der die Normannen jene Gegend heimsuchten. Das nachts unter einem Baum lagernde Untier wurde von Wichard und Lupold, den Söhnen des Herrn von Pont, erschlagen. Der Drache schrie angeblich kurz vor seinem Tod noch „Geldre“. Diesen Namen erhielt die Burg, die die Drachentöter an jener Stelle errichteten.

In uralten Zeiten soll laut einer Sage auch in einer Höhle des Drachenfels am Rhein ein Drache gehaust haben, den die heidnischen Bewohner der Gegend verehrten. Als man dem Monster eine zum Christentum bekehrte Jungfrau opfern wollte und sie an einen Baum band, hielt diese dem nahenden Drachen ein Kreuz mit dem Bild des Erlösers entgegen. Daraufhin kehrte das Untier um, stürzte zischend in den nahen Abgrund und wurde nie mehr gesehen. Leute, die dieses Wunder ergriffen beobachteten, banden die Jungfrau los und baten sie, ihnen einen Priester zu schicken, der sie unterweisen und taufen solle.

An dramatischen Ereignissen des Jahres 1431 orientiert sich das Schauspiel „Further Drachenstich“, das alljährlich in der zweiten Augustwoche stattfindet: Während der für den Further Raum verhängnisvollen Hussitenkriege war das böhmische Taus Schauplatz einer Schlacht. Zu jener Zeit flüchteten viele Menschen ins benachbarte Furth, wo die Burgherrin sie bei sich aufnahm. Zu allem Überdruss kam ein Drache aus denWäldern und forderte ein Menschenopfer. Die Burgherrin war bereit, zu sterben, doch im allerletzten Augenblick kehrte der totgeglaubte Udo aus der Schlacht zurück, wurde zum Ritter geschlagen und tötete den Drachen mit einem Lanzenwurf.

Wie früher Drachensagen entstanden sind, zeigt auch die Geschichte des Lindwurmbrunnens in der österreichischen Stadt Klagenfurt. 1335 wurde auf dem Zollfeld bei Klagenfurt der vermeintliche Schädel eines Lindwurms entdeckt, den man zunächst an einer Kette hängend im Rathaus von Klagenfurt aufbewahrte. Dieser Tierschädel diente Ulrich Vogelsang als Vorbild für das steinerne Lindwurmdenkmal, das 1590 begonnen wurde. Erst 1840 erkannte der Botaniker Franz Unger (1800–1870), dass es sich bei dem angeblichen Lindwurmschädelfund vom Zollfeld um den Rest eines eiszeitlichen Fellnashorns handelte. Heute wird dieser Schädel im Klagenfurter Stadtmuseum aufbewahrt.

Ein weiteres Beispiel für die Beeinflussung eines Künstlers durch ein Fossil repräsentiert das Relief in einer Kirche in Rentweisdorf bei Coburg in Oberfranken. Das Kunstwerk zeigt einen vierbeinigen Drachen, bei dem Künstler eindeutig durch einen fossilen Plesiosaurier beeinflusst wurde.

Einstmals konnten die Überreste ausgestorbener Urwelttiere kaum identifiziert werden. Kein Wunder: Zum Beispiel kam das erste lebende Nashorn, dessen Aussehen uns der Nürnberger Maler Albrecht Dürer (1471–1528) so eindrucksvoll als Holzschnitt überliefert hat, erst 1515 nach Europa.

Häufig wurden in früheren Jahrhunderten große Knochen, die man in Flüssen gefunden hatte, entweder dem heiligen Christophorus oder aber Drachen zugeschrieben, berichtet der Paläontologe Wighart von Koenigswald vom Institut für Paläontologie der Universität Bonn. Und Jens Franzen vom Natur-Museum und Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main weist darauf hin, dass die Sage vom rätselhaften Einhorn auf fehlgedeutete Mammutstoßzähne zurückzuführen ist, während Funde von fossilen Zwergelefantenschädeln die Mär vom einäugigen Kyklopen nährten. Diese Schädel hatten nämlich dort, wo der Rüssel ansetzt, ein großes Loch, das für die Augenöffnung auf der Stirn des Riesen gehalten wurde.

Der schweizerische Drachenspezialist Konrad Gesner (1516–1656) beschrieb in seinem „Thierbuch“, wie Drachen zu ihrem Namen gekommen sind: „Dieser Namen Trach kommt bei den Griechen von dem scharfen Gesicht her und wird oft von den Schlangen in gemein verstanden. Insonderheit aber soll man diejenigen Schlangen, so groß und schwer von Leib all an der Größe halb übertretten, Trachen heißen.“ Tatsächlich sehen Schlangen wegen ihres starren Blickes, der durch das Fehlen der Augenlider hervorgerufen wird, unheimlich aus. Der landläufigen Vorstellung vom Drachen jedoch kommen große Echsen wesentlich mehr entgegen: Sie haben mitunter kräftige, bekrallte Extremitäten, hornartige „Warzenbildungen“ oder Kämme auf dem Rücken und wirken daher manchmal wie zu Fleisch und Blut gewordene mittelalterliche Beschreibungen.

Zu der Vorstellung vom „Feuer speienden Drachen“ hat nach der Ansicht des Stuttgarter Paläontologen Rupert Wild wohl die tief gespaltene Schlangenzunge, die in ständiger Bewegung die Umgebung prüft, beigetragen. Das Züngeln der Schlangen und Echsen dient allerdings dem Wahrnehmen von Duftstoffen, die mit den Zungenspitzen im Gaumen in zwei kleine Öffnungen gebracht werden (sie enthalten das Jacobson’sche Organ, das die Sinneswahrnehmung ermöglicht). Mit der Hilfe ihres feinen Geruchsinns kann die Schlange Beutetiere ausmachen oder den Geschlechtspartner erkennen. Die zweigeteilte Zunge mag den Menschen angeregt haben, darin ein „Feuer speien“ zu sehen. Schließlich wirkt das Züngeln ungewöhnlich; denn es ist einzigartig im Tierreich.

Drachen und Schlangen gelten in der Bibel als Sinnbilder des Bösen. Die Schlange tritt im Paradies als Widersacher der ersten Menschen auf und erreicht es, dass Adam und Eva daraus vertrieben werden. In der Religion Israels bezwingt Gott den Furcht erregenden Leviathan, ein vielköpfiges Meeresungeheuer. Doch auch die anderen kanaanäischen Namen des Chaosdrachen kennt man im alten Israel „... warst Du es nicht, der den Rahab in Stücke schnitt, der den Tannin durchbohrte?“ heißt es in Jesaja 51,9. Martin Luther (1483–1546) versteht jedoch diese „Tannimin“, mit denen Gott sein fünftes Schöpfungstagewerk schmückt (Genesis 1,21), als große Fische; die katholische Jerusalem-Bibel spricht von großen Seetieren; und der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber (1878–1965) übersetzt den Begriff mit „großes Meeresungetüm“.

Im Christentum scheinen diese Tierdämonen verschwunden zu sein. Der Satan hat nun Menschengestalt und allenfalls noch Pferdehuf und Hörner als tierische Attribute. Aber auf den letzten Seiten des „Neuen Testaments“, in der „Offenbarung des Johannes“, kommen alle chaotischen Tiergestalten der Apokalypse mit ungeminderter Kraft von neuem an die Oberfläche. Da ist es wieder, das siebenköpfige Ungeheuer, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel heißt, der Satan, der die ganze Welt verführt. Und da ist auch der siegreiche Held wieder da, der den Kampf mit ihm aufnimmt: Erzengel Michael und seine Engel gewinnen die Schlacht, und so wird der Drache mitsamt Gefolge auf die Erde gestürzt, wo er die Menschen peinigt und sich seine Opfer sucht, bis er am Ende der Tage gefesselt und in den Schwefelpfuhl geworfen wird.

Wie die Krokodils-Schauermärchen, so sind auch die Drachensagen weitgehend das Ergebnis von Übertreibungen oder Fehldeutungen. Naturwissenschaftlich gesehen jedenfalls hat es Drachen, Lindwürmer oder Tatzelwürmer nie gegeben! Dass diese Furcht erregenden tierischen Phantasiegestalten stark den Dinosauriern ähneln, ist nur ein Zufall.

Auch in Deutschland jagten riesige Laufvögel

Diatryma

Wiesbaden - In grauer Vorzeit haben auch in Deutschland riesige Vögel gelebt, die sogar kleine Säugetiere jagten. Auf diese wenig bekannte Tatsache weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" hin.

Nachfolgend eine Leseprobe aus "Rekorde der Urzeit":

Als der älteste und größte Laufvogel Europas gilt der 2 Meter große Gastornis, der im Paläozän vor etwa 60 Millionen Jahren in Frankreich lebte. Er hatte einen großen Schädel, ein kleines Flügelskelett und riesenhafte Füße.

Der größte Laufvogel Deutschlands existierte im Eozän vor etwa 45 Millionen Jahren. Er war knapp 2 Meter hoch und wird Diatryma genannt. Reste von diesem räuberischen Vogel, der selbst kleine Säugetiere nicht verschmähte, wurden im Geiseltal bei Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) und in der Grube Messel bei Darmstadt (Hessen) geborgen. Diatryma ist auch aus Nordamerika bekannt.

Der größte flugfähige Vogel dürfte der mit den Geiern verwandte Argentavis magnificens aus Argentinien gewesen sein, der dort im Miozän vor etwa 8 bis 5 Millionen Jahren heimisch war. Seine Flügelspannweite betrug etwa 7,20 Meter. Er war doppelt so groß wie der heutige Andenkondor, der mit einer Flügelspannweite von 3,30 Metern als der größte fliegende Vogel der Gegenwart gilt.

Die größten Strauße lebten vor mehr als 2000 Jahren in Neuseeland. Der dort vorkommende Moa (Dinornis maximus) war bis zu 3,60 Meter groß.

Als schwerster Vogel gilt der Madagaskarstrauß (Aepyornis maximus), der noch vor etwa 2000 Jahren auf Madagaskar existierte. Er dürfte das Vorbild für die Legende vom sagenhaften „Vogel Rock“ gewesen sein, der angeblich sogar Elefanten ergreifen und mit ihnen davonfliegen konnte. Das Gewicht des Madagaskarstraußes wird auf etwa 450 Kilogramm geschätzt.

Raffte eine Grippe die Dinosaurier hinweg?

HaraldStapfgross

Nierstein am Rhein - Zum rätselhaften Aussterben der Dinosaurier gegen Ende der Kreidezeit vor etwa 65 Millionen Jahren könnte eine aggressive Grippe, ähnlich der heutigen Vogelgrippe, beigetragen haben. Diese aufsehenerregende Vermutung äußerte Harald Stapf, einer der beiden Betreiber des renommierten Paläontologischen Museums Nierstein unweit von Mainz. Auf diese Idee kam er, als er im Museum zusammen mit einem Freund Eier von Dinosauriern betrachtete.

Schützenhilfe bekam Harald Stapf vom Schweriner Zoologen Dr. Wolfgang Zessin. Dieser Experte glaubt zwar wie viele andere Wissenschaftler, dass ein folgenschwerer Meteoriteneinschlag auf der Erde den Dinosauriern den "letzten Rest" gegeben haben könnte, findet aber die Idee einer "Dinosaurier-Grippe" interessant.

Viren gäbe es, so lange Leben auf der Erde existiere, erklärte Zessin. Da die Ära der Dinosaurier mehr als 150 Millionen Jahre lang währte, müsse es noch andere Gründ für ihr Aussterben gegeben haben. Eine Grippewelle könnte tatsächlich bereits vor dem Meteoriteneinschlag ganze Arten von Dinosauriern befallen haben. Flugsaurier könnten das Virus, so wie heute Wildvögel die Vogelgrippe, weltweit verbreitet haben.

Harald Stapf nimmt seine Theorie selbst nicht tierisch ernst. Viruserkrankungen können nach so vielen Millionen Jahren nicht nachgewiesen werden, räumt er ein. Aber es mache doch Spaß, mal ein bisschen rumzuspinnen, erklärte er gegenüber einer Lokalzeitung. Im Artikel dieser Zeitung hieß es, vielleicht habe der Amateurforscher aus dem kleinen Nierstein ja große Wissenschaftler von renommierten Instituten zum Nachdenken angeregt.

Foto oben: Harald Stapf neben einem Ei des Dinosauriers Hypselosaurus aus der späten Kreidezeit vor mehr als 65 Millionen Jahren aus Aix en Provence in Frankreich. Foto: Arnulf Stapf

Bild unten: Dinosaurier aus der frühen Kreidezeit vor etwa 120 Millionen Jahren in Deutschland

DinosaurierKreide_01

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Lesetipp:
Arnulf Stapf und sein Lebenswerk:
Das Paläontologische Museum Nierstein
http://dinosaurier-news.blog.de/2005/09/07/arnulf_stapf_und_sein_lebenswerk_das_pal~167616

Donnerstag, 31. August 2006

Erde steht unter Beschuss aus dem Weltall

Wiesbaden - Die Erde steht seit ihrer Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren bis heute unter Beschuss aus dem Weltall. Immer wieder schlagen mehr oder minder große Meteorite auf unserem "blauen Planeten" ein. Auch in Deutschland ereignete sich eine kosmische Katastrophe, wie zwei Meteorkrater in Baden-Württemberg und Bayern beweisen. Dies berichtet der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit".

Leseprobe aus "Rekorde der Urzeit":

Die ersten Sterne entstanden vor schätzungsweise 15 bis 20 Milliarden Jahren kurz nach dem so genannten "Urknall". Dieser kosmischen Explosion wird die Entstehung des Weltalls zugeschrieben. Um die Entwicklung zu veranschaulichen, haben Wissenschaftler die unvorstellbar lange Zeitspanne von der Entstehung des Weltalls bis heute in ein einziges Kalenderjahr gedrängt: den so genannten "kosmischen Kalender". In diesem fällt der "Urknall" auf den 1. Januar.

Die Entstehung der Erde reicht bis vor 4,6 Milliarden Jahren zurück. Damals wurde unser Planet aus einem Gasnebel "geboren". Unzählige winzige Gaspartikel, Elementarteilchen und Moleküle zogen sich zusammen und bildeten allmählich einen diffusen rundlichen Körper: einen Protoplaneten. Dieser "Ball" begann sich zu drehen. Durch die fortwährende Verdichtung seiner Bestandteile wurde er immer heißer, was zur Bildung erster stabiler chemischer Elemente führte. Dabei wanderte ein großer Teil der in dem Protoplaneten vorhandenen Elemente Eisen und Nickel zum Zentrum und bildete den Erdkern.

Als einer der frühesten Zusammenstöße in unserem Sonnensystem gilt der Zusammenprall der Erde mit einem großen Himmelskörper oder mit mehreren vor ungefähr 4,5 bis 4,4 Milliarden Jahren. Beim Einschlag eines schätzungsweise 1000 Kilometer großen Himmelskörpers oder mehrerer kleiner Objekte wurde viel Materie aus der Erde gerissen, ins Weltall geschleudert und in eine Erdumlaufbahn gebracht. Daraus soll sich nach einer Theorie der Mond gebildet haben.

Am schnellsten drehte sich die Erde vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Damals rotierte sie mehr als doppelt so schnell wie heute um ihre Achse. Das hatte zur Folge, dass ein Erdentag nur schätzungsweise 10 bis 12 Stunden währte. Ein Jahr gegenwärtiger Dauer hatte zu dieser Zeit mehr als 730 Tage. Grund für die "Abbremsung" der Erde ist die Anziehungskraft des Mondes.

Die geringste Entfernung zwischen Mond und Erde gab es vor etwa 4,4 Milliarden Jahren. Der Erdtrabant war damals weniger als 200000 Kilometer von unserem Planeten entfernt, heute sind es etwa 384000 Kilometer. Die kürzeste Distanz zwischen Mond und Erde führte dazu, dass der Erdtrabant die Umdrehung der Erde damals stärker bremste, als dies heute der Fall ist. Durch die abnehmende Umdrehungsgeschwindigkeit der Erde wurden die Tage immer länger.

Dem stärksten Beschuss durch Meteorite war die Erde vor etwa 4 Milliarden Jahren ausgesetzt. Weil damals die Erdkruste noch nicht stabil gewesen ist, zerbrach sie gebietsweise immer wieder durch die Einschlagskraft der Meteorite. Auch der Mond stand zu dieser Zeit ebenfalls unter heftigem Beschuss durch kosmische Körper aus dem Weltall.

Der größte Meteorkrater auf dem Mond ist das Mare Imbrium (Regenmeer) mit einem Durchmesser von etwa 1000 Kilometern. Dieser Krater wurde vor etwa 4 Milliarden Jahren geschlagen und vor etwa 3,5 Milliarden Jahren durch mächtige Lavagüsse ausgefüllt. Als zweitgrößter Meteorkrater auf dem Mond gilt das Mare Crisium (Meer der Gefahren) mit einem Durchmesser von etwa 400 bis 500 Kilometern.

Als die größten und ältesten Meteorkrater auf der Erde gelten die Vredefort-Struktur in Südafrika und die Sudbury-Struktur in Ontario (Kanada). Beide haben einen Durchmesser von 140 bis 150 Kilometern und sind vor etwa 1,9 Milliarden Jahren wahrscheinlich jeweils durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden.

Der größte Meteorkrater Sibiriens heißt Popigai. Sein Durchmesser beträgt etwa 100 Kilometer. Die Alterssehätzungen liegen zwischen 70 und 20 Millionen Jahren.

Als größter Meteorkrater Brasiliens gilt der Araguainha-Dom mit einem Durchmesser von etwa 80 Kilometern. Er wurde vor weniger als 250 Millionen Jahren geschaffen.

Der größte Meteorkrater Schwedens ist der von Siljan, dort, wo heute der gleichnamige See liegt. Er hat einen Durchmesser von 52 Kilometern und ist vor etwa 365 Millionen Jahren entstanden.

Der größte Meteorkrater Deutschlands wurde im Miozän vor etwa 14,7 Millionen Jahren an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern geschlagen. Dieser heute als Nördlinger Ries bezeichnete Meteorkrater hat einen Durchmesser von maximal 24 Kilometern. Er wurde vermutlich durch einen riesigen Steinmeteoriten verursacht, der beim Eintritt in das Gravitationsfeld der Erde in zwei Teile zerbrach. Der größere davon stürzte auf die Gegend des heutigen Nördlinger Rieses, der kleinere auf die etwa 40 Kilometer davon entfernte Gegend von Steinheim (Kreis Heidenheim) in Baden-Württemberg, wo das 3,5 Kilometer Durchmesser erreichende Steinheimer Becken entstand. Bei der "Geburtsstunde" des Nördlinger Rieses wurde innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde durch den Aufprall des Himmelskörpers eine Energie freigesetzt, die der Zerstörung von nahezu fünfzig 100 Megatonnen-Atombomben entsprach. Im Mittelpunkt des Geschehens herrschte kurzfristig ein Druck von 5 bis 10 Millionen Atmosphären und eine Temperatur von etwa 10000 bis 30000 Grad Celsius. Gesteinstrümmer bis zu einigen 100 Meter Durchmesser wirbelten kilometerweit durch die Luft. Außerdem stieg ein gewaltiger Rauchpilz in die Atmosphäre auf. Im Umkreis der beiden süddeutschen Meteorkrater wurde alles Leben ausgelöscht.

Als der bekannteste und am besten erforschte Meteorkrater gilt der Arizona-Krater zwischen Flagstaff und Winslow in Arizona (USA). Er wurde im Eiszeitalter vor etwa 40 000 Jahren durch einen Eisenmeteoriten geschlagen und hat einen Durchmesser von einem Kilometer. Dieser Eisenmeteorit hatte vermutlich einen Durchmesser von 30 Metern und ein Gewicht von 150000 Tonnen. Er raste mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50000 Stunden-Kilometern auf die Erde zu, wo er einen 1 Kilometer breiten und 160 Meter tiefen Krater schlug.

Die meisten Meteorite, die heute auf die Erde stürzen, stammen ursprünglich aus dem Asteroiden-Gürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter, wo Tausende von kleinen Himmelskörpern ihre Bahnen ziehen. Die größten davon erreichen einen Durchmesser bis zu 1000 Kilometern, die meisten sind jedoch kleiner. Himmelskörper von unter 1 Kilometer bis zu mehreren 1000 Kilometern Durchmesser nennt man Asteroid, Planetoid oder kleiner Planet. Das Bruchstück eines Asteroiden, das in die Erdatmosphäre eintaucht, heißt Meteoroid. Ein Himmelskörper, der die Erdoberfläche erreicht hat, wird Meteorit genannt. Und das von einem Meteorit geschlagene Loch heißt - laut Duden - Meteorkrater, obwohl ein Meteor eigentlich eine Lichterscheinung ist. Unter den auf der Erde entdeckten Meteoriten kennt man inzwischen aber auch solche, die vom Mars stammen.

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Das Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" ist erhältlich bei:
www.buch-shop-mainz.de

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Der Autor Ernst Probst

Der Wissenschaftsautor Ernst Probst schrieb mehr als 30 Bücher. Er machte sich vor allem durch seine Bücher "Deutschland in der Urzeit", "Deutschland in der Steinzeit" und "Deutschland in der Bronzezeit" einen Namen. Seine Standardwerke über die Steinzeit und Bronzezeit werden in mehreren Bänden des ZEIT-Lexikon erwähnt. Von ihm stammen auch die Taschenbücher "Der Ur-Rhein" und "Höhlenlöwen".

Mehrere Massenaussterben auf der Erde



Wiesbaden - Im Laufe der etwa 3,8 Milliarden Jahre alten Geschichte des Lebens auf der Erde ereigneten sich immer wieder globale Massenaussterben von Pflanzen und Tieren. Dabei verschwanden jeweils aus bisher nicht genau bekannten Gründen verschiedene Pflanzen- und Tiergruppen. Dies berichtet der Wissenschaftsautor Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit".

Die meisten globalen Massenaussterben fielen in das Erdaltertum zwischen etwa 570 und 250 Millionen Jahren. Aus diesem Zeitalter sind drei Massenaussterben bekannt: vor mehr als 436 Millionen Jahren im späten Ordovizium, vor mehr als 360 Millionen Jahren gegen Ende des Devons und vor mehr als 250 Millionen Jahren gegen Ende des Perms. Die übrigen Massenaussterben fielen in das Erdmittelalter: vor mehr als 205 Millionen Jahren gegen Ende der Trias und vor mehr als 65 Millionen Jahren gegen Ende der Kreidezeit.

Das früheste Massenaussterben im Erdaltertum ereignete sich im späten Ordovizium vor mehr als 436 Millionen Jahren. Es gilt - damals gab es noch keine Landtiere - als eines der größten Massenaussterben innerhalb der Meere. Dabei verschwanden viele Armfüßer und etliche Kopffüßer. Bei den Trilobiten starben einige Ordnungen ganz oder teilweise aus. Außerdem wurden Graptolithen, Schalenkrebse und Stachelhäuter dezimiert.

Eines der gravierendsten Massenaussterben von Fischen gab es gegen Ende des Devons vor mehr als 360 Millionen Jahren. Unter den fischähnlichen Wirbeltieren starben drei Gruppen aus: die Anaspida, die Heterostraci und die Osteostraci. Charakteristisch für die Anaspida ist ein spindelförmiger Körper, der bei frühen Formen mit Längsreihen aus schmalen dentinartigen Platten bedeckt war, während spätere Formen den Panzer abbauten. Anstelle von Brustflossen trugen die Anaspida eine Reihe von Stacheln. Bei den Heterostraci waren Kopf und Vorderkörper gepanzert. Die Osteostraci gelten als langsame Schwimmer, die sich vor allem auf dem Meeresboden aufhielten. Außerdem erloschen damals gewisse Panzerfische wie die Arthrodira, Petalichthyida, Phyllolepida, Antiarchi und die rochenähnlichen Rhenanida. Von dem Massenaussterben zu dieser Zeit wurden auch bestimmte Riffkorallen (Heliolithida), die meisten Trilobitengruppen und eine große Zahl von Kopffüßern betroffen.

Das letzte Massenaussterben des Erdaltertums hat gegen Ende des Perms vor mehr als 250 Millionen Jahren die Tierwelt drastisch verändert. Es verschwanden die zu den Groß-Foraminiferen gehörenden spindelförmigen Fusulinen, die vermutlich zu den Nesseltieren (Cnidaria) zählenden Stromatoporiden, die mit zahlreichen Querböden ausgestatteten Tafelkorallen und die Federkorallen (Pterokorallen). Die Moostierchen- und Armfüßerarten wurden dezimiert. Es verschwanden die letzten Trilobiten, sämtliche Gigantostraken (große räuberische Gliederfüßer) und die Urspinnen (Trigonomartida). Von den geflügelten primitiven Insekten erloschen die Urflügler (Palaeodictyoptera), Urgeradflügler (Protorthoptera), Urschaben (Problattoidea) und Urlibellen (Prodonata). Unter den Schnecken starb die altertümliche Gruppe der Bellerophontacea aus. Bei den Kopffüßern verschwanden die Familien der Cyclolobidae, Propanoceratidae und Neoicoceritae, bei denen es sich um altertümliche Ammoniten handelt. Bei den Stachelhäutern wurden die Alt-Seeigel ausgelöscht.

Das früheste Massenaussterben des Erdmittelalters ereignete sich gegen Ende der Trias vor mehr als 205 Millionen Jahren. Damals starben unter den Hohltieren (Coelenteraten) die bis zu 10 Zentimeter langen Conularien aus, die im Meer lebten. Unter den Kopffüßern wurden die letzten Orthoceren, die meisten Nautilusartigen und alle Mesoammoniten (Ceratiten) ausgelöscht.

Das bekannteste Massenaussterben der Erdgeschichte fand gegen Ende der Kreidezeit vor mehr als 65 Millionen Jahren statt. Dieses Ereignis wird als Dinosaurieraussterben bezeichnet. Außer den Dinosauriern starben damals jedoch auch die Ammoniten, Belemniten, riffbildenden Muscheln, Meeresreptilien wie die Plesiosaurier und Mosasaurier, die Flugsaurier und die zahntragenden Vögel aus. Es gab aber auch Reptilien, welche dieses große Sauriersterben überlebten: nämlich Brückenechsen, Schildkröten, Krokodile, Echsen (Warane, Geckos, Eidechsen) und Schlangen. Über das Massenaussterben gegen Ende der Kreide gibt es unzählige Theorien. Es wurde unter anderem mit Klimaveränderungen, Meteoriteneinschlägen oder den
Folgen eines weltweit spürbaren Vulkanismus in Verbindung gebracht.

Das rätselhafteste Aussterben in der Menschheitsgeschichte ist das Verschwinden der Neandertaler in der letzten Eiszeit des Eiszeitalters vor etwa 35000 Jahren. Es ist ungeklärt, ob die Neandertaler von den höher entwickelten Jetztmenschen (Homo sapiens sapiens) ausgerottet wurden oder ob diese sich mit den Neandertalern vermischten. Einige Anthropologen vermuten, dass aus den Neandertalern die Jetztmenschen hervorgegangen sind.

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In Deutschland jagten Riesenlöwen



Wiesbaden - Die ältesten und größten Löwen Deutschlands jagten während der Cromer-Warmzeit vor mehr als 500000 Jahren bei Wiesbaden in Hessen und bei Heidelberg in Baden-Württemberg. Die Cromer-Warmzeit ist nach einem englischen Fundort benannt. Die Löwen aus der Wiesbadener und Heidelberger Gegend waren fast so lang wie die größten Löwen der Erdgeschichte in Kalifornien vor mehr als 12000 Jahren, die eine Rekordlänge von maximal 3,60 Meter erreichten. Der wissenschaftliche Name der vor über einer halben Million Jahren in Deutschland lebenden Löwen lautet Panthera leo fossilis. Skelettreste dieser Raubkatzen werden im Naturhistorischen Museum Mainz und im Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg aufbewahrt. Zeitgenossen jener Löwen waren unter anderem Säbelzahnkatzen, Jaguare und Geparden. Siehe www.riesenloewen.de.vu

Die meisten Löwenfunde in Europa stammen von eiszeitlichen Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea). Skelettreste dieser bis zu 2,30 Meter langen und 90 Zentimeter hohen Raubkatzen wurden in Frankreich, Deutschland, Holland, England, der Schweiz, Österreich und in der Tschechoslowakei häufig gefunden. Der Höhlenlöwe ist 1810 nach einem Schädelfund aus der Burggaillenreuther Zoolithenhöhle bei Muggendorf in Oberfranken (Bayern) erstmals beschrieben worden. In Mitteleuropa starben die Höhlenlöwen vor mehr als 12000 Jahren aus, auf dem Balkan behaupteten sie sich bis vor etwa 2000 Jahren. Höhlenlöwen sind auf eiszeitlichen Kunstwerken abgebildet.

Loewe

Stimmes eines Löwen

Der größte Löwe war der Amerikanische Höhlenlöwe (Panthera leo atrox), der gegen Ende des Eiszeitalters vor mehr als 12000 Jahren in Kalifornien jagte. Diese Raubkatze maß vom Kopf bis zur Schwanzspitze maximal 3,60 Meter. Davon entfielen etwa 2,40 Meter auf den Körper und 1,20 Meter auf den Schwanz. Zum Vergleich: die größten in der Zeit von 1700 bis heute erlegten Löwen aus Südafrika (Kapland) erreichten nur eine Gesamtlänge von 3,25 Meter und in Ostafrika von 3,33 Meter. Die Amerikanischen Höhlenlöwen hatten gegenüber normalen Löwen einen um einen halben Meter längeren Körper. Skelettreste von dieser gewaltigen Raubkatze wurden vor allem in der Gegend von Los Angeles geborgen.

Die ältesten Löwenspuren Europas wurden 1992 bei Baggerarbeiten für ein neues Klärwerk an der Emscher bei Bottrop in Nordrhein-Westfalen entdeckt. Die zehn Meter lange Fährte stammt von einem Höhlenlöwen aus der Würm-Eiszeit und entstand vor schätzungsweise 50000 Jahren. Sie wird aus 32 Pfotenabdrücken gebildet und von Pferde- und Wisentspuren gekreuzt.

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Diese Leseprobe stammt aus dem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" des Wissenschaftsautors Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim.

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Mary Anning: Englands frühe Saurierjägerin



Leseprobe aus dem Taschenbuch „Superfrauen 5 – Wissenschaft“ des Wissenschaftsautors Ernst Probst:

Großbritanniens erfolgreichste Fossiliensammlerin des 19. Jahrhunderts war Mary Anning (1799–1847) aus Lyme Regis an der Küste von Dorset. Einmal wurde sie sogar als die „größte Fossiliensammlerin, die die Welt kannte“, bezeichnet. Die rührige Hobby-Paläontologin spürte Aufsehen erregende Reste von prähistorischen Fischen, Meeres- und Flugechsen aus der frühen Jurazeit vor mehr als 200 Millionen Jahren auf, die sie präparierte und an zahlungskräftige Interessenten verkaufte. Mit vielen Gelehrten ihrer Zeit ist sie befreundet gewesen.

Mary Anning kam am 21. Mai 1799 als eines von zehn Kindern des Kunsttischlers Richard Anning (1766–1810) und seiner Frau Mary in Lyme Regis zur Welt. Von diesen Jungen und Mädchen erreichten nur zwei, nämlich Mary und ihr Bruder Joseph (1796–1849), das Erwachsenenalter. Die Schilderungen über Marys Kindheit sind unvollständig und widersprüchlich.

Manche Darstellungen ihres Lebens wurden erfunden. Eine der unglaublich klingenden Geschichten über Mary Anning handelt davon, sie sei im Alter von einem Jahr zusammen mit ihrem Kindermädchen vom Blitz getroffen worden. Das Kindermädchen kam dabei angeblich ums Leben, die kleine Mary dagegen konnte, nachdem man sie in warmes Wasser getaucht hatte, wiederbelebt werden. Vor dem Unfall soll sie ein teilnahmsloses Kind gewesen, nachher jedoch lebhaft und intelligent geworden sowie prächtig gewachsen sein.

Das Fossiliensammeln an den Klippen der Küste nahe ihres Heimatortes lernte Mary von ihrem Vater, der dort viele Funde barg und damit Handel betrieb. Die Suche nach Fossilien in der Gegend von Lyme Regis war ein gefährliches Unternehmen. Dabei musste man unter einsturzgefährdeten Klippen und bei wechselnden Gezeiten – teilweise im Wasser watend – nach Funden Ausschau halten. Der Vater von Mary starb 1810 im Alter von nur 44 Jahren.

Bereits als elfjähriges Mädchen fand Mary Anning 1811 den größten Teil des Skeletts von einem Fischsaurier der Gattung „Ichthyosaurus“, ihr Bruder hatte schon ein Jahr zuvor Teile davon entdeckt. Als Glücksfall für die in Armut lebende Familie Anning erwies sich 1817 die Bekanntschaft mit dem professionellen Fossiliensammler Lieutenant-Colonel Thomas Birch (1769–1829). Er veräußerte seine Kollektion bei einer Auktion und schenkte den bedürftigen Annings den Verkaufserlös.

Ab Mitte der 1820-er Jahre betrieb Mary Anning – statt ihrer Mutter – allein den Fossilienhandel. Ihr Bruder Joseph verdiente damals als Möbelpolsterer seinen Lebensunterhalt. Mary verkaufte die meisten der von ihr entdeckten und präparierten Funde an Museen, Wissenschaftler und reiche Privatsammler.

1823 stieß Mary Anning in den Klippen von Lyme Regis auf einen nahezu kompletten Plesiosaurier (Ruderechse), der später „Plesiosaurus macrocephalus“ genannt wurde. Dabei handelte es sich ein räuberisches Meeresreptil aus der frühen Jurazeit. Als der renommierte französische Paläontologe Georges Cuvier (1769–1832) erstmals eine Zeichnung von diesem Fossil sah, bezweifelte er dessen Echtheit.

Nach einem Besuch 1824 in Lyme Regis schrieb Lady Harriet Sivester, die Frau des Stadtrichters von London, über Mary Anning in ihr Tagebuch, es sei außergewöhnlich, wie gründlich diese junge Frau ihre Wissenschaft betreibe. In dem Augenblick, in dem sie irgendeinen Knochen finde, wisse sie sofort, worum es sich handle. Sie fixiere die Knochen in einem Rahmen mit Zement und fertige dann Zeichnungen an.

1828 barg Mary Anning in den Kliffs von Lyme Regis Skelettreste eines Flugsauriers ohne Schädel. Dieser Fund aus der frühen Jurazeit wird in der Literatur oft als erster englischer Flugsaurier bezeichnet. In Wirklichkeit sind die ersten Flugsaurierreste aus Großbritannien schon 1827 von dem Arzt und Fossiliensammler Gideon Mantell (1790–1852) aus Lewes beschrieben worden. Allerdings deutete er die im Tilgateforest entdeckten Flugsaurierreste fälschlicherweise als Vogelknochen.

Marys Annings Flugsaurierfund wurde von dem Oxforder Professor William Buckland (1784–1856) erworben und von ihm 1829 in den Berichten der „Geologischen Gesellschaft“ in London als neue Art der Gattung „Pterodactylus“ („Flugfinger“) beschrieben. Buckland hatte 1824 bereits den ersten Dinosaurier, den Raubdinosaurier „Megalosaurus“ („Großechse“) aus England, publiziert. Wegen der großen Krallen an den kleinen Fingern bezeichnete Buckland die neue Flugsaurierart als „Pterodactylus macronyx“.

Als 1858 dem englischen Paläontologen Richard Owen (1804–1892) weitere Flugsaurierreste derselben Art aus Lyme Regis, darunter auch solche mit Schädeln, vorgelegt wurden, erkannte er rasch, dass sich der Schädel von der bisher nur aus Solnhofen in Bayern bekannten Gattung „Pterodactylus“ merklich unterschied. Daraufhin gab er den Flugsauriern aus Lyme Regis wegen ihrer zwei verschiedenen Zahnformen im Gebiss den Namen „Dimorphodon“ („Zweiformenzahn“). Diese Flugsaurier erreichten zu Lebzeiten eine Länge von etwa einem Meter und eine Flügelspannweite bis zu 1,40 Meter.

Außerdem glückte Mary Anning in Lyme Regis der Fund eines fossilen Fisches der Gattung „Squaloraja“ aus der frühen Jurazeit. Diese Gattung besaß sowohl Merkmale von Haien als auch von Rochen.

Sämtliche damaligen renommierten britischen Geologen sind mit Mary Anning befreundet gewesen. Viele von ihnen verbrachten ihre Ferien in Lyme Regis, um mit Mary die Klippen zu durchwandern und nach Fossilien Ausschau zu halten.

Gegen Ende ihres Lebens wurden Mary Anning auch wissenschaftliche Ehren zuteil. 1838 nahm man sie in die „British Association for the Advancement of Science“ auf. Die „Geological Society of London“ ernannte sie 1846 zum ersten Ehrenmitglied des neuen „Dorset County Museums“.

Am 9. März 1847 starb Mary Anning im Alter von 47 Jahren in Lyme Regis an Brustkrebs. Ihr Nachruf wurde im „Quarterly Journal of the Geological Society“ veröffentlicht. Diese Gesellschaft hatte bis 1904 keine Frauen aufgenommen. Auf Mary Anning soll der bekannte englische Zungenbrecher „She sells sea shells on the sea shore“ („Sie verkauft Meeresmuscheln am Meeresstrand“) gemünzt sein.

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Das Taschenbuch "Superfrauen 5 - Wissenschaft" ist erhältlich im http://www.buch-shop-mainz.de.

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Verlag Ernst Probst:

Der Verlag Ernst Probst wurde 2001 von dem Journalisten, Buchautor, Buchverleger, Fossilien- und Antiquitätenhändler Ernst gegründet. Spezialitäten sind Bücher, Taschenbücher und CD-ROMs aus den Bereichen Biografien, Frauenliteratur, Geschichte, Natur, Wissenschaft und Aphorismen.

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Das Schreckenstier von Eppelsheim: Dinotherium giganteum

Auszug aus dem Buch "Deutschland in der Urzeit"
des Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung:



Bei Grabungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab der Boden der kleinen rheinland-pfälzischen Gemeinde Eppelsheim in der Nähe von Alzey viele Überreste von ausgestorbenen Säugetieren preis, die ganz wesentlich zum Verständnis der Entwicklungsgeschichte der Säuger beigetragen haben. Besonders abenteuerlich hört sich die Entdeckung des sogenannten "Schreckenstieres" an, um dessen Erforschung sich der Inspektor des Naturalienkabinetts am Großherzoglichen Museum in Darmstadt, Johann Jakob Kaup - http://www.johannjakobkaup.de.vu -, verdient machte.

Es ist heute nicht mehr zu eruieren, wann die ersten fossilen Knochen und Zähne in den Sandgruben von Eppelsheim zum Vorschein kamen. Fest sieht jedoch: Seit 1817 wurden Urzeitfunde aus den Sandgruben am Jürgenbauer nach Darmstadt gebracht. Vermutlich geschah dies, weil der Direktor des dortigen Museums, Ernst Schleiermacher, dafür Prämien ausgesetzt hatte. An der Sucharbeit beteiligte sich der Mitarbeiter des Museums, Johann Jakob Kaup.

Vom "Schreckenstier" waren damals schon einzelne Backenzähne in Frankreich geborgen worden. Da sie eine ähnliche Form wie die von Tapiren aufwiesen - sie waren bloß etwas größer -, ordnete sie der Pariser Wirbeltier-Paläontologe Georges Cuvier einem Riesentapir zu. Andere Gelehrte übernahmen diese Auffassung. Kaup bekam 1828 aus Eppelsheim den zerbrochenen Unterkiefer eines solchen vermeintlichen Riesentapirs zu Gesicht. Dieses Fossil ließ erkennen, daß das Tier im Unterkiefer zwei kräftige Stoßzähne besaß. Kaup setzte die Kieferfragmente so zusammen, daß die Stoßzähne nach vorn und oben gerichtet waren. So sah in der Gegenwart kein Tapir ans. Ohne zu wissen, wie der Rest dieses Lebewesens gestaltet sein mußte, benannte Kaup 1829 das seltsame Fossil "Deinotherium giganteum" also "Schreckenstier".

1833 erhielt Kaup einen nahezu vollständigen Unterkiefer eines solchen Tieres aus Eppelsheim, an dem die Stoßzähne nicht nach oben gerichtet waren, sondern eindeutig nach unten ragten und rückwärts gekrümmt waren. Kaup korrigierte noch im selben Jahr seinen Irrtum bei der Rekonstruktion. Nun hielt er das Tier für ein Flußpferd (Hippopotamus).

Erst ein weiterer Fund aus Eppelsheim brachte Klarheit über die wahre Natur des Säugetieres. 1835 holte der Gießener Geologe August von Klipstein aus einer von ihm eigens für Fossilgrabungen erworbenen Sandgrube den ersten Oberschädel des rätselhaften Tieres ans Tageslicht. Er benachrichtigte seinen Freund Kaup über diese sensationelle Entdeckung und bat ihn um Hilfe bei der Bergung.

Über die Bergung notierte Kaup, daß 21 starke Männer, die auf einem Gerüst standen, den zuvor besonders gegen Bruch gesicherten, noch mit Gestein umgebenen Schädel in die Höhe zogen. Die Last soll mehr als acht Zentner gewogen haben. Dann wurde der "Schreckenstier"-Schädel auf einen niedrigen Wagen geschafft, auf dem er auf einem Kissen ruhte, mit dem etwaige Stöße aufgefangen werden sollten. Denn die Fahrt zum nahegelegenen Städtchen Alzey ging über holprige Feldwege. Von Alzey aus wurde das Fossil nach Darmstadt zu seinem Besitzer August von Klipstein transportiert.

1856 beschrieben Klipstein und Kaup in deutscher und französischer Sprache den ein Jahr zuvor geborgenen Dinotherium-Schädel. Auf die Titelseite der mit detaillierten Abbildungen des aufregenden Fundes ausgestatteten Veröffentlichung brachte Kaup eine Landschaft mit verschiedenen Tieren, deren Knochen in Eppelsheim gefunden wurden. Jene Zeichnung ist eine der frühesten Rekonstruktionen einer vorzeitlichen Landschaft und deren Tierwelt.

Auf dieser Zeichnung verriet Kaup deutlicher als in seinen Schriften, wie er sich das "Schreckenstier" mit Haut und Haaren vorstellte: Der massige Körper eines Dickhäuters trägt hier einen schweren Kopf mit einem deutlichen Rüssel, den Kaup wegen der weiten Nasenöffnung am Schädel rekonstruierte. Aus dem Unterkiefer ragen zwei nach unten gerichtete Stoßzähne. Die Ohren sind auffallend klein. Da Kaup offensichtlich nicht wußte, ob das Tier die kurzen Beine eines Tapirs oder die langen eines Elefanten besaß, ließ er das "Schreckenstier" mit sorgfältig untergeschlagenen Beinen am Boden rasten.

Um den fehlenden Unterkiefer zu ersetzen, hatte Kaup nach einem Exemplar ans der Darmstädter Sammlung einen passenden Ersatz anfertigen lassen. Originalgetreue Abgüsse beider Stücke wurden damals für 280 Gulden oder 600 Francs von Darmstadt aus an Museen in aller Welt verkauft.

Weil die großherzogliche Sammlung in Darmstadt nicht über die nötigen Mittel für den Erwerb des Dinotherium-Schädels verfügte, suchte von Klipstein andere Kaufinteressenten. 1837 schafften er und Kaup das kostbare Fossil nach Paris, wo es ausgestellt wurde und die Akademie zum Erwerb bewegen sollte. Dazu kam es jedoch nicht.

Inzwischen diskutierten auch ausländische Forscher über die mutmaßliche Gestalt dieses unbekannten Tieres, allen voran der französische Zoologe Henri Ducrotay de Blainville. Der Londoner Paläontologe Dean William Buckland glaubte, in einigen Merkmalen des Schädels Übereinstimmung mit Seekühen zu erkennen. Damit wurde aus dem angeblichen Riesentapir nun eine Riesen-Seekuh. In einem französischsprachigen Lehrbuch des Genfer Paläontologen Francois Jules Pictet ist 1844 der Schädel aus Eppelsheim mit den Varianten Riesentapir und Seekuh abgebildet worden. Spätere Funde beendeten den Gelehrtenstreit.

Anhand eines 1853 in Prag entdeckten unvollständigen Skelettes mit Resten des Gebisses und elefantenartigen Langknochen konnte die Seekuh-Theorie widerlegt werden. Auch die Größe und die Gestalt eines 1883 im böhmischen Franzensbad (Frantiskovy Lázne) gefundenen, nahezu kompletten Skelettes ohne Oberschädel weisen das "Schreckenstier" als einen Verwandten der Elefanten aus. Das Franzensbader Exemplar ist ca. 3,20 Meter lang und 2,50 Meter hoch, also etwas kleiner als der vermutlich mehr als drei Meter große Eppelsheimer Fund.

Weil das Dinotherium zuerst in Rheinhessen entdeckt wurde, heißt es auch Rhein-Elefant. Seine nach unten gerichteten hakenförmig gekrümmten "Stoßzähne" trugen ihm außerdem den Namen "Hauer-Elefant" ein. Die typische Begleitfauna der Fundorte sowie der Bau des ausgesprochen hochbeinigen Skeletts und das tapirähnliche Gebiß des Dinotherium deuten daraufhin, daß es sich um einen laub- und möglicherweise auch früchteäsenden Waldbewohner handelte.

1849 wurde der Dinotherium-Schädelfund aus dem Besitz von August von Klipstein ohne Erfolg in London zum Verkauf angeboten. 1862 offerierte von Klipstein seine gesamte geologische Sammlung, die nahezu 20000 Stücke umfaßte, im "Neuen Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde" erneut zum Verkauf. Neben 360 Fossilien aus Eppelsheim wurde ausdrücklich der "schön erhaltene Schädel von Dinotherium giganteum, eines der kolossalsten Thiere der Vorwelt" angeführt. 1866 erwarb Thomas B. Oldham, der Direktor des geologischen Dienstes in Indien, die Sammlung. Er gab 1867 den Schädel mit weiteren Stücken aus den Eppelsheimer Dinotheriensanden an das British Museum (Natural History) in London. Andere Teile seiner Sammlung wurden nach Kalkutta gebracht. Oft wurde behauptet, daß der Schädel des Dinotherium auf dem Transport nach England zerbrochen sei, aber das war nur ein Gerücht. Denn noch heute ist das Original aus Eppelsheim wohlbehalten in London aufbewahrt. Je eine gute Kopie befindet sich im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, im Museum Wiesbaden und im Naturhistorischen Museum Mainz.

Bei dinosaurier-news stehen Saurier im Mittelpunkt



Wiesbaden - Im Weblog http://dinosaurier-news.blog.de stehen Dinosaurier und andere Saurier im Mittelpunkt: Wer sich für Dinosaurier, andere Landsaurier sowie Meeressaurier, Flugsaurier, Dinosaurierforscher, Dinosaurierfossilien, Dinosaurierliteratur oder Dinosaurierwebseiten interessiert, wird dort bestens in Wort, Bild und teilweise auch mit Ton (Dinosaurierstimmen) informiert.

Die Informationen dieses im Juni 2005 gegründeten Weblogs wurden bis Mitte August 2006 bereits mehr als 150.000 Mal aufgerufen. dinosaurier-news wird im renommierten Open Directory Project (ODP) unter der Rubrik "Wissenschaft - Geowissenschaften - Geologie - Paläontologie - Dinosaurier" aufgeführt. Zu finden ist der Link unter der Internetadresse:
http://www.google.com/Top/World/Deutsch/Wissenschaft/Geowissenschaften/Geologie/Pal%C3%A4ontologie/Dinosaurier/

Gründer und Betreiber des Weblogs dinosaurier-news ist der Wissenschaftsautor und Fossilienhändler Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim.

Ernst Probst hat sich vor allem durch seine Bücher "Deutschland in der Urzeit", "Deutschland in der Steinzeit" und "Deutschland in der Bronzezeit" einen Namen gemacht. Von ihm stammen auch die Bücher "Rekorde der Urzeit", "Dinosaurier in Deutschland" (zusammen mit Raymund Windolf), "Monstern auf der Spur" und "Nessie" sowie die CD-ROMs "Dinosaurier von A bis Z" und "Dinosaurierstimmen".

Ernst Probst betreibt unter anderem den Online-Shop http://www.antiquitaeten-shop.net - Dessen Spezialitäten sind fossile Amphibien (Saurier) und Reptilien (z. B. Dinosaurierzähne), Fossilien aus Solnhofen und Eichstätt (Insekten, Krebse, Fische) sowie Fossilien von Höhlenbären.

Im Online-Shop von Ernst Probst kaufen Sammler, Museen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem übrigen Europa, USA, Kanada und Asien seltene Fossilien von Pflanzen und Tieren. Viele Käufer/innen aus dem In- und Ausland sind treue Stammkunden geworden.

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Weblink:
http://fossilien-news.blog.de

Wie das berühmteste Foto von "Nessie" gefälscht wurde

London - Fast ein Menschenleben lang galt ein Foto, das am 21. April 1934 in der Londoner Zeitung "Daily Mail" veröffentlicht wurde und weltweit Furore machte, als der bis dahin überzeugendste Beweis für die Existenz des legendären "Monsters von Loch Ness". Der angeblich von dem renommierten Londoner Arzt Dr. Robert Kenneth Wilson aufgenommene Schnappschuss zeigte das Ungeheuer mit einem kleinen reptilartigen Kopf und langem Hals. Jene Kreatur sah aus wie ein urzeitlicher Plesiosaurier. Doch am 13. März 1994 entlarvte der "Sunday Telegraph" diese Aufnahme als Betrug.

Das spektakuläre Motiv, von dem hier die Rede ist, heißt in der Literatur über "Nessie" meistens "Surgeon's-Foto" ("Chirurgen-Foto"), weil Wilson, der in der Londoner Harley Street eine Praxis betrieb, beruflich als Gynäkologe arbeitete. In Wirklichkeit war das "Surgeon's-Foto" eine von dem Schauspieler, Filmproduzenten und Großwildjäger Marmaduke ("Duke") Wetherell inszenierte "Zeitungsente". Wie es zu dieser aufsehenerregenden Fälschung kam, schildert die CD-ROM Buch "Nessie. Das Monsterbuch" des Wissenschaftsautors Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim.

Wetherell, ein Mitglied der "Royal Geographical Society" und der "Zoological Society", wurde 1933 von der Redaktion der "Daily Mail" beauftragt, über das "Loch-Ness-Monster" zu recherchieren. In jenem Jahr hatten mehrfach phantasievolle Berichte angeblicher Augenzeugen über ihre Sichtungen eines Ungeheuers im schottischen See Loch Ness für großen Wirbel gesorgt.

Zur so genannten "Daily-Mail-Expedition" gehörten außer Marmaduke Wetherell der Fotograf Gustave Pauli und der Journalist F. W. Memory. Das Trio mietete das Motorboot "Penguin" und suchte zwischen Dores und Foyers im 36 Kilometer langen, 1,5 Kilometer breiten und bis zu 230 Meter tiefen Loch Ness mit starken Ferngläsern nach "Nessie".

Bereits zwei Tage nach seiner Ankunft am Loch Ness entdeckte Marmaduke Wetherell am 20. Dezember bei Dores am Ufer des Loch Ness mysteriöse Fußabdrücke einer vierbeinigen Kreatur. Wetherell erklärte, diese Spuren seien nur wenige Stunden alt und schickte Gipsabgüsse davon an das "British Museum of Natural History" in London.

Die "Daily Mail" veröffentlichte am 21. Dezember 1933 die vermeintliche Sensation: Das "Loch-Ness-Monster" sei keine Legende, sondern eine Tatsache. Marmaduke Wetherell erklärte: "Es handelt sich um ein vierzehiges Tier mit Füßen von etwa 20 Zentimetern Breite. Ich halte es für ein starkes, weichpfotiges Tier von etwa 6 Metern Länge".

Nilpferd

Stimme eines Flusspferds

Doch die Freude über diese aufsehenerregende Entdeckung währte in der "Daily Mail"-Redaktion nicht lange. Am 4. Januar 1934 identifizierten Experten des "British Museum of Natural History" die Fußspuren vom Loch Ness als Abdrücke vom linken Hinterfuß eines jungen Flusspferdes (Hippopotamus amphibius).

Man vermutete damals, die von Wetherell am Loch Ness entdeckten Fußspuren seien von einem Flusspferd hinterlassen worden, das einem in der Nähe wohnenden Schotten gehörte. Doch in Wirklichkeit hatte Wetherell selbst die Spuren mit einem präparierten Flusspferdfuß erzeugt, der als Schirmständer gedient hatte.

Am 10. Januar 1934 berichtete die "Daily Mail" über eine "Monster-Sichtung" von Marmaduke Wetherell an Bord des Motorbootes "Penguin": "Duke", wie ihn seine Freunde nannten, hatte als einziger Expeditionsteilnehmer bei Strone Point im See einen dunklen und etwa 3,60 bis 4,50 Meter langen Höcker entdeckt.

Wetherell kehrte am 18. Januar 1934 nach London zurück. Damals behauptete er, die Flusspferd-Spuren am Ufer des Loch Ness bei Dores seien das Werk von Spaßvögeln gewesen.

Auch die Fälschung des so genannten "Surgeon's-Fotos" vom "Loch Ness-Monster" geht auf das Konto von Wetherell. Dies fanden der Zoologe David Martin vom "Loch Ness and Morar Project" und der "Nessie"-Experte Alastair Boyd bei ihren umfangreichen Recherchen heraus, über die sie später in einem Buch berichteten.

Marmaduke Wetherell ließ von seinem Stiefsohn Christian Spurling, einem versierten Modellbauer, ein kleines Monster mit einem Spielzeug-U-Boot als Untersatz konstruieren. Kopf und Hals der etwa 30 Zentimeter hohen und ca. 45 Zentimeter langen Fälschung waren aus Plastik modelliert und das U-Boot für einige Shilling bei "Woolworths" im Londoner Vorort Richmond gekauft worden.

Wetherell und sein Sohn Ian fuhren zum Loch Ness, setzten das Modell ins Wasser und Ian fotografierte es mit einer 35 mm Leica. Danach kopierte man die Motive auf die Plattenkamera von Dr. Wilson und gab die Aufnahmen als Bilder des "Monsters vom Loch Ness" aus. Eines dieser Motive war das erwähnte "Surgeon's-Foto".

Der Arzt Robert Kenneth Wilson, dem eine diabolische Freude an Späßen nachgesagt wird, machte bei dem Schwindel mit. Er erzählte folgende Geschichte: Am 19. April 1934 sei er mit einem Freund zur Vogeljagd an die Beauly Firth bei Inverness gefahren. Unterwegs habe er nördlich von Invermoriston am Loch Ness angehalten, sei mit seinem Freund zum Pinkeln ausgestiegen und habe gehofft, das Monster zu entdecken. Als die beiden Männer über den See schauten, hätten sie plötzlich – etwa 180 bis 270 Meter vom Ufer entfernt – eine starke Bewegung und etwas, das aus dem Wasser ragte, entdeckt. Wilsons Freund habe geschrien: "Mein Gott, es ist das Monster".

Schnell ging Wilson – nach eigener Aussage – zum Auto zurück, holte eine Plattenkamera heraus und machte vier Fotos des rätselhaften Objekts, bevor dieses nach etwa zwei Minuten wieder verschwand. In Invermoriston suchte Wilson einen Apotheker namens Morrison auf, berichtete ihm, er habe das "Loch-Ness-Monster" gesehen und fotografiert und gab ihm die Platten zum Entwickeln.

Zwei der vier von dem Apotheker bearbeiteten Platten zeigten nichts. Auf der dritten Platte war ein kleines Objekt erkennbar, aber die vierte zeigte ein plesiosaurierartiges "Loch-Ness-Monster" mit kleinem Kopf und langem Hals. Letzteres Motiv, das "Surgeon's-Foto", erschien zwei Tage später "weltexklusiv" in der Zeitung "Daily Mail".

Wegen des guten Rufes von Wilson als Arzt und ehemaliger Colonel (Oberst) zweifelte damals niemand an der Echtheit der sensationellen Fotos des "Loch-Ness-Monsters". Allerdings legte der Londoner Mediziner stets großen Wert darauf, nicht das Monster, sondern lediglich ein "bewegliches Objekt im Loch Ness", abgelichtet zu haben.

Mit Hilfe des Versicherungsagenten Maurice Chambers, eines Freundes von Wetherell, sicherte sich Wilson die Rechte am "Surgeon's-Foto", auf dem der kleine Kopf und lange Hals eines plesiosaurierartigen Monsters erkennbar sind. Ein anderer seiner vier Schnappschüsse zeigt "Nessie" beim Tauchen. Wilson wanderte später nach Australien aus und starb dort 1969.

Im November 1993 gab der damals 90 Jahre alte Modellmacher Christian Spurling auf dem Sterbebett gegenüber David Martin und Alastair Boyd seine Beteiligung an der Fälschung zu. Auch Wetherells Sohn Ian gestand den Schwindel. Am 13. März 1994 entlarvte die Zeitung "Sunday Telegraph" das "Surgeon's-Foto", einen der bis dahin besten Beweise für die Existenz von "Nessie", als Schwindel.

An der Fälschung, die fast 60 Jahre lang die Weltöffentlichkeit genarrt hatte, waren fünf Männer beteiligt gewesen: Marmaduke Wetherell, dessen Sohn Ian und Stiefsohn Christian Spurling, der Gynäkologe Robert Kenneth Wilson und Maurice Chambers. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichtung des Schwindels waren alle Beteiligten bereits tot.

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Bestellungen der CD-ROM "Nessie. Das Monsterbuch" von Ernst Probst bei:
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Zwei Meter langer Saurier jagte in der Pfalz



Wiesbaden - Zu den größten Amphibien Deutschlands im Perm vor etwa 280 Millionen Jahren gehörten die räuberischen Urlurche Sclerocephalus haeuseri, Archegosaurus decheni und Actinodon longirostris. Das berichtet der Wissenschaftsautor Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" (Omnibus-Verlag).



Die Funde von Sclerocephalus haeuseri aus Odernheim/Glan und Jeckenbach bei Meisenheim (beide in Rheinland-Pfalz) erreichten eine Länge bis zu 2 Meter. Ihr mit Ausnahme der Öffnungen für die Augen und Geruchsorgane geschlossenes Schädeldach sieht wie eine große Maske aus. Sclerocephalus haeuseri trug außer den Zähnen am Ober- und Unterkieferrand auf dem Gaumen jeweils drei Zahnpaare. Letztere verhinderten, dass schlüpfrige Fischbeute aus dem Maul rutschen konnte.

Etwas kleiner als Sclerocephalus haeuseri war der Urlurch Archegosaurus decheni, von dem früher bei Lebach im Saarland häufig Reste geborgen wurden. Er war ausgewachsen bis zu 1 Meter lang, besaß eine lange Schnauze, verkürzte Gliedmaßen und einen langen, kräftigen Schwanz.

Ähnlich wie Archegosaurus decheni sah der ebenfalls in der Lebacher Gegend heimische Urlurch Actinodon longirostris aus, der jedoch im Gegensatz zu ersterem eine breite Schnauze hatte.

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Bestellungen des Taschenbuches "Rekorde der Urzeit" bei:
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Fossile Jungtiere des Urlurchs Sclerocephalus aus der Permzeit sind erhältlich bei: http://www.antiquitaeten-shop.net - Dabei handelt es sich um Funde aus der Zeit vor 1986.

Bücher über Tiere und Forscher im PDF-Format

NessieCD

Wiesbaden - Auf der Webseite von "Hausarbeiten.de" mit der Internetadresse http://www.hausarbeiten.de können zahlreiche Bücher oder Texte mit Wissenschaftsthemen aus dem Verlag Ernst Probst www.buch-shop-mainz.de bestellt werden. Diese Bücher oder Texte im PDF-Format können auf die Festplatte heruntergeladen und danach auf dem Bildschirm oder nach dem Ausdrucken sogar auf Papier gelesen werden. Zum Lesen oder Ausdrucken benötigt man Acrobat Reader. Folgende Titel sind erhältlich:

"Monstern auf der Spur.
Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/444.html?partnerid=274´

"Nessie, das Ungeheuer von Loch Ness"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/540.html?partnerid=274

"Rekorde der Urzeit. Die Tiere 1"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/536.html?partnerid=274

"Rekorde der Urzeit. Die Tiere 2"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/537.html?partnerid=274

"Rekorde der Urzeit. Die Tiere 3"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/538.html?partnerid=274

"Das Einhorn"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/541.html?partnerid=274

"Der Drache"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/539.html?partnerid=274

"Riesen"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/542.html?partnerid=274

"Anteil der Arbeit an der Menschwerdung der Affen"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/11121.html?partnerid=274

"Superfrauen 5 - Wissenschaft"
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"Superfrauen 6 - Medizin"
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