Donnerstag, 31. August 2006

Erde steht unter Beschuss aus dem Weltall

Wiesbaden - Die Erde steht seit ihrer Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren bis heute unter Beschuss aus dem Weltall. Immer wieder schlagen mehr oder minder große Meteorite auf unserem "blauen Planeten" ein. Auch in Deutschland ereignete sich eine kosmische Katastrophe, wie zwei Meteorkrater in Baden-Württemberg und Bayern beweisen. Dies berichtet der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit".

Leseprobe aus "Rekorde der Urzeit":

Die ersten Sterne entstanden vor schätzungsweise 15 bis 20 Milliarden Jahren kurz nach dem so genannten "Urknall". Dieser kosmischen Explosion wird die Entstehung des Weltalls zugeschrieben. Um die Entwicklung zu veranschaulichen, haben Wissenschaftler die unvorstellbar lange Zeitspanne von der Entstehung des Weltalls bis heute in ein einziges Kalenderjahr gedrängt: den so genannten "kosmischen Kalender". In diesem fällt der "Urknall" auf den 1. Januar.

Die Entstehung der Erde reicht bis vor 4,6 Milliarden Jahren zurück. Damals wurde unser Planet aus einem Gasnebel "geboren". Unzählige winzige Gaspartikel, Elementarteilchen und Moleküle zogen sich zusammen und bildeten allmählich einen diffusen rundlichen Körper: einen Protoplaneten. Dieser "Ball" begann sich zu drehen. Durch die fortwährende Verdichtung seiner Bestandteile wurde er immer heißer, was zur Bildung erster stabiler chemischer Elemente führte. Dabei wanderte ein großer Teil der in dem Protoplaneten vorhandenen Elemente Eisen und Nickel zum Zentrum und bildete den Erdkern.

Als einer der frühesten Zusammenstöße in unserem Sonnensystem gilt der Zusammenprall der Erde mit einem großen Himmelskörper oder mit mehreren vor ungefähr 4,5 bis 4,4 Milliarden Jahren. Beim Einschlag eines schätzungsweise 1000 Kilometer großen Himmelskörpers oder mehrerer kleiner Objekte wurde viel Materie aus der Erde gerissen, ins Weltall geschleudert und in eine Erdumlaufbahn gebracht. Daraus soll sich nach einer Theorie der Mond gebildet haben.

Am schnellsten drehte sich die Erde vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Damals rotierte sie mehr als doppelt so schnell wie heute um ihre Achse. Das hatte zur Folge, dass ein Erdentag nur schätzungsweise 10 bis 12 Stunden währte. Ein Jahr gegenwärtiger Dauer hatte zu dieser Zeit mehr als 730 Tage. Grund für die "Abbremsung" der Erde ist die Anziehungskraft des Mondes.

Die geringste Entfernung zwischen Mond und Erde gab es vor etwa 4,4 Milliarden Jahren. Der Erdtrabant war damals weniger als 200000 Kilometer von unserem Planeten entfernt, heute sind es etwa 384000 Kilometer. Die kürzeste Distanz zwischen Mond und Erde führte dazu, dass der Erdtrabant die Umdrehung der Erde damals stärker bremste, als dies heute der Fall ist. Durch die abnehmende Umdrehungsgeschwindigkeit der Erde wurden die Tage immer länger.

Dem stärksten Beschuss durch Meteorite war die Erde vor etwa 4 Milliarden Jahren ausgesetzt. Weil damals die Erdkruste noch nicht stabil gewesen ist, zerbrach sie gebietsweise immer wieder durch die Einschlagskraft der Meteorite. Auch der Mond stand zu dieser Zeit ebenfalls unter heftigem Beschuss durch kosmische Körper aus dem Weltall.

Der größte Meteorkrater auf dem Mond ist das Mare Imbrium (Regenmeer) mit einem Durchmesser von etwa 1000 Kilometern. Dieser Krater wurde vor etwa 4 Milliarden Jahren geschlagen und vor etwa 3,5 Milliarden Jahren durch mächtige Lavagüsse ausgefüllt. Als zweitgrößter Meteorkrater auf dem Mond gilt das Mare Crisium (Meer der Gefahren) mit einem Durchmesser von etwa 400 bis 500 Kilometern.

Als die größten und ältesten Meteorkrater auf der Erde gelten die Vredefort-Struktur in Südafrika und die Sudbury-Struktur in Ontario (Kanada). Beide haben einen Durchmesser von 140 bis 150 Kilometern und sind vor etwa 1,9 Milliarden Jahren wahrscheinlich jeweils durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden.

Der größte Meteorkrater Sibiriens heißt Popigai. Sein Durchmesser beträgt etwa 100 Kilometer. Die Alterssehätzungen liegen zwischen 70 und 20 Millionen Jahren.

Als größter Meteorkrater Brasiliens gilt der Araguainha-Dom mit einem Durchmesser von etwa 80 Kilometern. Er wurde vor weniger als 250 Millionen Jahren geschaffen.

Der größte Meteorkrater Schwedens ist der von Siljan, dort, wo heute der gleichnamige See liegt. Er hat einen Durchmesser von 52 Kilometern und ist vor etwa 365 Millionen Jahren entstanden.

Der größte Meteorkrater Deutschlands wurde im Miozän vor etwa 14,7 Millionen Jahren an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern geschlagen. Dieser heute als Nördlinger Ries bezeichnete Meteorkrater hat einen Durchmesser von maximal 24 Kilometern. Er wurde vermutlich durch einen riesigen Steinmeteoriten verursacht, der beim Eintritt in das Gravitationsfeld der Erde in zwei Teile zerbrach. Der größere davon stürzte auf die Gegend des heutigen Nördlinger Rieses, der kleinere auf die etwa 40 Kilometer davon entfernte Gegend von Steinheim (Kreis Heidenheim) in Baden-Württemberg, wo das 3,5 Kilometer Durchmesser erreichende Steinheimer Becken entstand. Bei der "Geburtsstunde" des Nördlinger Rieses wurde innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde durch den Aufprall des Himmelskörpers eine Energie freigesetzt, die der Zerstörung von nahezu fünfzig 100 Megatonnen-Atombomben entsprach. Im Mittelpunkt des Geschehens herrschte kurzfristig ein Druck von 5 bis 10 Millionen Atmosphären und eine Temperatur von etwa 10000 bis 30000 Grad Celsius. Gesteinstrümmer bis zu einigen 100 Meter Durchmesser wirbelten kilometerweit durch die Luft. Außerdem stieg ein gewaltiger Rauchpilz in die Atmosphäre auf. Im Umkreis der beiden süddeutschen Meteorkrater wurde alles Leben ausgelöscht.

Als der bekannteste und am besten erforschte Meteorkrater gilt der Arizona-Krater zwischen Flagstaff und Winslow in Arizona (USA). Er wurde im Eiszeitalter vor etwa 40 000 Jahren durch einen Eisenmeteoriten geschlagen und hat einen Durchmesser von einem Kilometer. Dieser Eisenmeteorit hatte vermutlich einen Durchmesser von 30 Metern und ein Gewicht von 150000 Tonnen. Er raste mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50000 Stunden-Kilometern auf die Erde zu, wo er einen 1 Kilometer breiten und 160 Meter tiefen Krater schlug.

Die meisten Meteorite, die heute auf die Erde stürzen, stammen ursprünglich aus dem Asteroiden-Gürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter, wo Tausende von kleinen Himmelskörpern ihre Bahnen ziehen. Die größten davon erreichen einen Durchmesser bis zu 1000 Kilometern, die meisten sind jedoch kleiner. Himmelskörper von unter 1 Kilometer bis zu mehreren 1000 Kilometern Durchmesser nennt man Asteroid, Planetoid oder kleiner Planet. Das Bruchstück eines Asteroiden, das in die Erdatmosphäre eintaucht, heißt Meteoroid. Ein Himmelskörper, der die Erdoberfläche erreicht hat, wird Meteorit genannt. Und das von einem Meteorit geschlagene Loch heißt - laut Duden - Meteorkrater, obwohl ein Meteor eigentlich eine Lichterscheinung ist. Unter den auf der Erde entdeckten Meteoriten kennt man inzwischen aber auch solche, die vom Mars stammen.

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Das Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" ist erhältlich bei:
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Der Autor Ernst Probst

Der Wissenschaftsautor Ernst Probst schrieb mehr als 30 Bücher. Er machte sich vor allem durch seine Bücher "Deutschland in der Urzeit", "Deutschland in der Steinzeit" und "Deutschland in der Bronzezeit" einen Namen. Seine Standardwerke über die Steinzeit und Bronzezeit werden in mehreren Bänden des ZEIT-Lexikon erwähnt. Von ihm stammen auch die Taschenbücher "Der Ur-Rhein" und "Höhlenlöwen".

Mehrere Massenaussterben auf der Erde



Wiesbaden - Im Laufe der etwa 3,8 Milliarden Jahre alten Geschichte des Lebens auf der Erde ereigneten sich immer wieder globale Massenaussterben von Pflanzen und Tieren. Dabei verschwanden jeweils aus bisher nicht genau bekannten Gründen verschiedene Pflanzen- und Tiergruppen. Dies berichtet der Wissenschaftsautor Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit".

Die meisten globalen Massenaussterben fielen in das Erdaltertum zwischen etwa 570 und 250 Millionen Jahren. Aus diesem Zeitalter sind drei Massenaussterben bekannt: vor mehr als 436 Millionen Jahren im späten Ordovizium, vor mehr als 360 Millionen Jahren gegen Ende des Devons und vor mehr als 250 Millionen Jahren gegen Ende des Perms. Die übrigen Massenaussterben fielen in das Erdmittelalter: vor mehr als 205 Millionen Jahren gegen Ende der Trias und vor mehr als 65 Millionen Jahren gegen Ende der Kreidezeit.

Das früheste Massenaussterben im Erdaltertum ereignete sich im späten Ordovizium vor mehr als 436 Millionen Jahren. Es gilt - damals gab es noch keine Landtiere - als eines der größten Massenaussterben innerhalb der Meere. Dabei verschwanden viele Armfüßer und etliche Kopffüßer. Bei den Trilobiten starben einige Ordnungen ganz oder teilweise aus. Außerdem wurden Graptolithen, Schalenkrebse und Stachelhäuter dezimiert.

Eines der gravierendsten Massenaussterben von Fischen gab es gegen Ende des Devons vor mehr als 360 Millionen Jahren. Unter den fischähnlichen Wirbeltieren starben drei Gruppen aus: die Anaspida, die Heterostraci und die Osteostraci. Charakteristisch für die Anaspida ist ein spindelförmiger Körper, der bei frühen Formen mit Längsreihen aus schmalen dentinartigen Platten bedeckt war, während spätere Formen den Panzer abbauten. Anstelle von Brustflossen trugen die Anaspida eine Reihe von Stacheln. Bei den Heterostraci waren Kopf und Vorderkörper gepanzert. Die Osteostraci gelten als langsame Schwimmer, die sich vor allem auf dem Meeresboden aufhielten. Außerdem erloschen damals gewisse Panzerfische wie die Arthrodira, Petalichthyida, Phyllolepida, Antiarchi und die rochenähnlichen Rhenanida. Von dem Massenaussterben zu dieser Zeit wurden auch bestimmte Riffkorallen (Heliolithida), die meisten Trilobitengruppen und eine große Zahl von Kopffüßern betroffen.

Das letzte Massenaussterben des Erdaltertums hat gegen Ende des Perms vor mehr als 250 Millionen Jahren die Tierwelt drastisch verändert. Es verschwanden die zu den Groß-Foraminiferen gehörenden spindelförmigen Fusulinen, die vermutlich zu den Nesseltieren (Cnidaria) zählenden Stromatoporiden, die mit zahlreichen Querböden ausgestatteten Tafelkorallen und die Federkorallen (Pterokorallen). Die Moostierchen- und Armfüßerarten wurden dezimiert. Es verschwanden die letzten Trilobiten, sämtliche Gigantostraken (große räuberische Gliederfüßer) und die Urspinnen (Trigonomartida). Von den geflügelten primitiven Insekten erloschen die Urflügler (Palaeodictyoptera), Urgeradflügler (Protorthoptera), Urschaben (Problattoidea) und Urlibellen (Prodonata). Unter den Schnecken starb die altertümliche Gruppe der Bellerophontacea aus. Bei den Kopffüßern verschwanden die Familien der Cyclolobidae, Propanoceratidae und Neoicoceritae, bei denen es sich um altertümliche Ammoniten handelt. Bei den Stachelhäutern wurden die Alt-Seeigel ausgelöscht.

Das früheste Massenaussterben des Erdmittelalters ereignete sich gegen Ende der Trias vor mehr als 205 Millionen Jahren. Damals starben unter den Hohltieren (Coelenteraten) die bis zu 10 Zentimeter langen Conularien aus, die im Meer lebten. Unter den Kopffüßern wurden die letzten Orthoceren, die meisten Nautilusartigen und alle Mesoammoniten (Ceratiten) ausgelöscht.

Das bekannteste Massenaussterben der Erdgeschichte fand gegen Ende der Kreidezeit vor mehr als 65 Millionen Jahren statt. Dieses Ereignis wird als Dinosaurieraussterben bezeichnet. Außer den Dinosauriern starben damals jedoch auch die Ammoniten, Belemniten, riffbildenden Muscheln, Meeresreptilien wie die Plesiosaurier und Mosasaurier, die Flugsaurier und die zahntragenden Vögel aus. Es gab aber auch Reptilien, welche dieses große Sauriersterben überlebten: nämlich Brückenechsen, Schildkröten, Krokodile, Echsen (Warane, Geckos, Eidechsen) und Schlangen. Über das Massenaussterben gegen Ende der Kreide gibt es unzählige Theorien. Es wurde unter anderem mit Klimaveränderungen, Meteoriteneinschlägen oder den
Folgen eines weltweit spürbaren Vulkanismus in Verbindung gebracht.

Das rätselhafteste Aussterben in der Menschheitsgeschichte ist das Verschwinden der Neandertaler in der letzten Eiszeit des Eiszeitalters vor etwa 35000 Jahren. Es ist ungeklärt, ob die Neandertaler von den höher entwickelten Jetztmenschen (Homo sapiens sapiens) ausgerottet wurden oder ob diese sich mit den Neandertalern vermischten. Einige Anthropologen vermuten, dass aus den Neandertalern die Jetztmenschen hervorgegangen sind.

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In Deutschland jagten Riesenlöwen



Wiesbaden - Die ältesten und größten Löwen Deutschlands jagten während der Cromer-Warmzeit vor mehr als 500000 Jahren bei Wiesbaden in Hessen und bei Heidelberg in Baden-Württemberg. Die Cromer-Warmzeit ist nach einem englischen Fundort benannt. Die Löwen aus der Wiesbadener und Heidelberger Gegend waren fast so lang wie die größten Löwen der Erdgeschichte in Kalifornien vor mehr als 12000 Jahren, die eine Rekordlänge von maximal 3,60 Meter erreichten. Der wissenschaftliche Name der vor über einer halben Million Jahren in Deutschland lebenden Löwen lautet Panthera leo fossilis. Skelettreste dieser Raubkatzen werden im Naturhistorischen Museum Mainz und im Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg aufbewahrt. Zeitgenossen jener Löwen waren unter anderem Säbelzahnkatzen, Jaguare und Geparden. Siehe www.riesenloewen.de.vu

Die meisten Löwenfunde in Europa stammen von eiszeitlichen Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea). Skelettreste dieser bis zu 2,30 Meter langen und 90 Zentimeter hohen Raubkatzen wurden in Frankreich, Deutschland, Holland, England, der Schweiz, Österreich und in der Tschechoslowakei häufig gefunden. Der Höhlenlöwe ist 1810 nach einem Schädelfund aus der Burggaillenreuther Zoolithenhöhle bei Muggendorf in Oberfranken (Bayern) erstmals beschrieben worden. In Mitteleuropa starben die Höhlenlöwen vor mehr als 12000 Jahren aus, auf dem Balkan behaupteten sie sich bis vor etwa 2000 Jahren. Höhlenlöwen sind auf eiszeitlichen Kunstwerken abgebildet.

Loewe

Stimmes eines Löwen

Der größte Löwe war der Amerikanische Höhlenlöwe (Panthera leo atrox), der gegen Ende des Eiszeitalters vor mehr als 12000 Jahren in Kalifornien jagte. Diese Raubkatze maß vom Kopf bis zur Schwanzspitze maximal 3,60 Meter. Davon entfielen etwa 2,40 Meter auf den Körper und 1,20 Meter auf den Schwanz. Zum Vergleich: die größten in der Zeit von 1700 bis heute erlegten Löwen aus Südafrika (Kapland) erreichten nur eine Gesamtlänge von 3,25 Meter und in Ostafrika von 3,33 Meter. Die Amerikanischen Höhlenlöwen hatten gegenüber normalen Löwen einen um einen halben Meter längeren Körper. Skelettreste von dieser gewaltigen Raubkatze wurden vor allem in der Gegend von Los Angeles geborgen.

Die ältesten Löwenspuren Europas wurden 1992 bei Baggerarbeiten für ein neues Klärwerk an der Emscher bei Bottrop in Nordrhein-Westfalen entdeckt. Die zehn Meter lange Fährte stammt von einem Höhlenlöwen aus der Würm-Eiszeit und entstand vor schätzungsweise 50000 Jahren. Sie wird aus 32 Pfotenabdrücken gebildet und von Pferde- und Wisentspuren gekreuzt.

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Diese Leseprobe stammt aus dem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" des Wissenschaftsautors Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim.

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Mary Anning: Englands frühe Saurierjägerin



Leseprobe aus dem Taschenbuch „Superfrauen 5 – Wissenschaft“ des Wissenschaftsautors Ernst Probst:

Großbritanniens erfolgreichste Fossiliensammlerin des 19. Jahrhunderts war Mary Anning (1799–1847) aus Lyme Regis an der Küste von Dorset. Einmal wurde sie sogar als die „größte Fossiliensammlerin, die die Welt kannte“, bezeichnet. Die rührige Hobby-Paläontologin spürte Aufsehen erregende Reste von prähistorischen Fischen, Meeres- und Flugechsen aus der frühen Jurazeit vor mehr als 200 Millionen Jahren auf, die sie präparierte und an zahlungskräftige Interessenten verkaufte. Mit vielen Gelehrten ihrer Zeit ist sie befreundet gewesen.

Mary Anning kam am 21. Mai 1799 als eines von zehn Kindern des Kunsttischlers Richard Anning (1766–1810) und seiner Frau Mary in Lyme Regis zur Welt. Von diesen Jungen und Mädchen erreichten nur zwei, nämlich Mary und ihr Bruder Joseph (1796–1849), das Erwachsenenalter. Die Schilderungen über Marys Kindheit sind unvollständig und widersprüchlich.

Manche Darstellungen ihres Lebens wurden erfunden. Eine der unglaublich klingenden Geschichten über Mary Anning handelt davon, sie sei im Alter von einem Jahr zusammen mit ihrem Kindermädchen vom Blitz getroffen worden. Das Kindermädchen kam dabei angeblich ums Leben, die kleine Mary dagegen konnte, nachdem man sie in warmes Wasser getaucht hatte, wiederbelebt werden. Vor dem Unfall soll sie ein teilnahmsloses Kind gewesen, nachher jedoch lebhaft und intelligent geworden sowie prächtig gewachsen sein.

Das Fossiliensammeln an den Klippen der Küste nahe ihres Heimatortes lernte Mary von ihrem Vater, der dort viele Funde barg und damit Handel betrieb. Die Suche nach Fossilien in der Gegend von Lyme Regis war ein gefährliches Unternehmen. Dabei musste man unter einsturzgefährdeten Klippen und bei wechselnden Gezeiten – teilweise im Wasser watend – nach Funden Ausschau halten. Der Vater von Mary starb 1810 im Alter von nur 44 Jahren.

Bereits als elfjähriges Mädchen fand Mary Anning 1811 den größten Teil des Skeletts von einem Fischsaurier der Gattung „Ichthyosaurus“, ihr Bruder hatte schon ein Jahr zuvor Teile davon entdeckt. Als Glücksfall für die in Armut lebende Familie Anning erwies sich 1817 die Bekanntschaft mit dem professionellen Fossiliensammler Lieutenant-Colonel Thomas Birch (1769–1829). Er veräußerte seine Kollektion bei einer Auktion und schenkte den bedürftigen Annings den Verkaufserlös.

Ab Mitte der 1820-er Jahre betrieb Mary Anning – statt ihrer Mutter – allein den Fossilienhandel. Ihr Bruder Joseph verdiente damals als Möbelpolsterer seinen Lebensunterhalt. Mary verkaufte die meisten der von ihr entdeckten und präparierten Funde an Museen, Wissenschaftler und reiche Privatsammler.

1823 stieß Mary Anning in den Klippen von Lyme Regis auf einen nahezu kompletten Plesiosaurier (Ruderechse), der später „Plesiosaurus macrocephalus“ genannt wurde. Dabei handelte es sich ein räuberisches Meeresreptil aus der frühen Jurazeit. Als der renommierte französische Paläontologe Georges Cuvier (1769–1832) erstmals eine Zeichnung von diesem Fossil sah, bezweifelte er dessen Echtheit.

Nach einem Besuch 1824 in Lyme Regis schrieb Lady Harriet Sivester, die Frau des Stadtrichters von London, über Mary Anning in ihr Tagebuch, es sei außergewöhnlich, wie gründlich diese junge Frau ihre Wissenschaft betreibe. In dem Augenblick, in dem sie irgendeinen Knochen finde, wisse sie sofort, worum es sich handle. Sie fixiere die Knochen in einem Rahmen mit Zement und fertige dann Zeichnungen an.

1828 barg Mary Anning in den Kliffs von Lyme Regis Skelettreste eines Flugsauriers ohne Schädel. Dieser Fund aus der frühen Jurazeit wird in der Literatur oft als erster englischer Flugsaurier bezeichnet. In Wirklichkeit sind die ersten Flugsaurierreste aus Großbritannien schon 1827 von dem Arzt und Fossiliensammler Gideon Mantell (1790–1852) aus Lewes beschrieben worden. Allerdings deutete er die im Tilgateforest entdeckten Flugsaurierreste fälschlicherweise als Vogelknochen.

Marys Annings Flugsaurierfund wurde von dem Oxforder Professor William Buckland (1784–1856) erworben und von ihm 1829 in den Berichten der „Geologischen Gesellschaft“ in London als neue Art der Gattung „Pterodactylus“ („Flugfinger“) beschrieben. Buckland hatte 1824 bereits den ersten Dinosaurier, den Raubdinosaurier „Megalosaurus“ („Großechse“) aus England, publiziert. Wegen der großen Krallen an den kleinen Fingern bezeichnete Buckland die neue Flugsaurierart als „Pterodactylus macronyx“.

Als 1858 dem englischen Paläontologen Richard Owen (1804–1892) weitere Flugsaurierreste derselben Art aus Lyme Regis, darunter auch solche mit Schädeln, vorgelegt wurden, erkannte er rasch, dass sich der Schädel von der bisher nur aus Solnhofen in Bayern bekannten Gattung „Pterodactylus“ merklich unterschied. Daraufhin gab er den Flugsauriern aus Lyme Regis wegen ihrer zwei verschiedenen Zahnformen im Gebiss den Namen „Dimorphodon“ („Zweiformenzahn“). Diese Flugsaurier erreichten zu Lebzeiten eine Länge von etwa einem Meter und eine Flügelspannweite bis zu 1,40 Meter.

Außerdem glückte Mary Anning in Lyme Regis der Fund eines fossilen Fisches der Gattung „Squaloraja“ aus der frühen Jurazeit. Diese Gattung besaß sowohl Merkmale von Haien als auch von Rochen.

Sämtliche damaligen renommierten britischen Geologen sind mit Mary Anning befreundet gewesen. Viele von ihnen verbrachten ihre Ferien in Lyme Regis, um mit Mary die Klippen zu durchwandern und nach Fossilien Ausschau zu halten.

Gegen Ende ihres Lebens wurden Mary Anning auch wissenschaftliche Ehren zuteil. 1838 nahm man sie in die „British Association for the Advancement of Science“ auf. Die „Geological Society of London“ ernannte sie 1846 zum ersten Ehrenmitglied des neuen „Dorset County Museums“.

Am 9. März 1847 starb Mary Anning im Alter von 47 Jahren in Lyme Regis an Brustkrebs. Ihr Nachruf wurde im „Quarterly Journal of the Geological Society“ veröffentlicht. Diese Gesellschaft hatte bis 1904 keine Frauen aufgenommen. Auf Mary Anning soll der bekannte englische Zungenbrecher „She sells sea shells on the sea shore“ („Sie verkauft Meeresmuscheln am Meeresstrand“) gemünzt sein.

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Das Taschenbuch "Superfrauen 5 - Wissenschaft" ist erhältlich im http://www.buch-shop-mainz.de.

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Verlag Ernst Probst:

Der Verlag Ernst Probst wurde 2001 von dem Journalisten, Buchautor, Buchverleger, Fossilien- und Antiquitätenhändler Ernst gegründet. Spezialitäten sind Bücher, Taschenbücher und CD-ROMs aus den Bereichen Biografien, Frauenliteratur, Geschichte, Natur, Wissenschaft und Aphorismen.

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Das Schreckenstier von Eppelsheim: Dinotherium giganteum

Auszug aus dem Buch "Deutschland in der Urzeit"
des Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung:



Bei Grabungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab der Boden der kleinen rheinland-pfälzischen Gemeinde Eppelsheim in der Nähe von Alzey viele Überreste von ausgestorbenen Säugetieren preis, die ganz wesentlich zum Verständnis der Entwicklungsgeschichte der Säuger beigetragen haben. Besonders abenteuerlich hört sich die Entdeckung des sogenannten "Schreckenstieres" an, um dessen Erforschung sich der Inspektor des Naturalienkabinetts am Großherzoglichen Museum in Darmstadt, Johann Jakob Kaup - http://www.johannjakobkaup.de.vu -, verdient machte.

Es ist heute nicht mehr zu eruieren, wann die ersten fossilen Knochen und Zähne in den Sandgruben von Eppelsheim zum Vorschein kamen. Fest sieht jedoch: Seit 1817 wurden Urzeitfunde aus den Sandgruben am Jürgenbauer nach Darmstadt gebracht. Vermutlich geschah dies, weil der Direktor des dortigen Museums, Ernst Schleiermacher, dafür Prämien ausgesetzt hatte. An der Sucharbeit beteiligte sich der Mitarbeiter des Museums, Johann Jakob Kaup.

Vom "Schreckenstier" waren damals schon einzelne Backenzähne in Frankreich geborgen worden. Da sie eine ähnliche Form wie die von Tapiren aufwiesen - sie waren bloß etwas größer -, ordnete sie der Pariser Wirbeltier-Paläontologe Georges Cuvier einem Riesentapir zu. Andere Gelehrte übernahmen diese Auffassung. Kaup bekam 1828 aus Eppelsheim den zerbrochenen Unterkiefer eines solchen vermeintlichen Riesentapirs zu Gesicht. Dieses Fossil ließ erkennen, daß das Tier im Unterkiefer zwei kräftige Stoßzähne besaß. Kaup setzte die Kieferfragmente so zusammen, daß die Stoßzähne nach vorn und oben gerichtet waren. So sah in der Gegenwart kein Tapir ans. Ohne zu wissen, wie der Rest dieses Lebewesens gestaltet sein mußte, benannte Kaup 1829 das seltsame Fossil "Deinotherium giganteum" also "Schreckenstier".

1833 erhielt Kaup einen nahezu vollständigen Unterkiefer eines solchen Tieres aus Eppelsheim, an dem die Stoßzähne nicht nach oben gerichtet waren, sondern eindeutig nach unten ragten und rückwärts gekrümmt waren. Kaup korrigierte noch im selben Jahr seinen Irrtum bei der Rekonstruktion. Nun hielt er das Tier für ein Flußpferd (Hippopotamus).

Erst ein weiterer Fund aus Eppelsheim brachte Klarheit über die wahre Natur des Säugetieres. 1835 holte der Gießener Geologe August von Klipstein aus einer von ihm eigens für Fossilgrabungen erworbenen Sandgrube den ersten Oberschädel des rätselhaften Tieres ans Tageslicht. Er benachrichtigte seinen Freund Kaup über diese sensationelle Entdeckung und bat ihn um Hilfe bei der Bergung.

Über die Bergung notierte Kaup, daß 21 starke Männer, die auf einem Gerüst standen, den zuvor besonders gegen Bruch gesicherten, noch mit Gestein umgebenen Schädel in die Höhe zogen. Die Last soll mehr als acht Zentner gewogen haben. Dann wurde der "Schreckenstier"-Schädel auf einen niedrigen Wagen geschafft, auf dem er auf einem Kissen ruhte, mit dem etwaige Stöße aufgefangen werden sollten. Denn die Fahrt zum nahegelegenen Städtchen Alzey ging über holprige Feldwege. Von Alzey aus wurde das Fossil nach Darmstadt zu seinem Besitzer August von Klipstein transportiert.

1856 beschrieben Klipstein und Kaup in deutscher und französischer Sprache den ein Jahr zuvor geborgenen Dinotherium-Schädel. Auf die Titelseite der mit detaillierten Abbildungen des aufregenden Fundes ausgestatteten Veröffentlichung brachte Kaup eine Landschaft mit verschiedenen Tieren, deren Knochen in Eppelsheim gefunden wurden. Jene Zeichnung ist eine der frühesten Rekonstruktionen einer vorzeitlichen Landschaft und deren Tierwelt.

Auf dieser Zeichnung verriet Kaup deutlicher als in seinen Schriften, wie er sich das "Schreckenstier" mit Haut und Haaren vorstellte: Der massige Körper eines Dickhäuters trägt hier einen schweren Kopf mit einem deutlichen Rüssel, den Kaup wegen der weiten Nasenöffnung am Schädel rekonstruierte. Aus dem Unterkiefer ragen zwei nach unten gerichtete Stoßzähne. Die Ohren sind auffallend klein. Da Kaup offensichtlich nicht wußte, ob das Tier die kurzen Beine eines Tapirs oder die langen eines Elefanten besaß, ließ er das "Schreckenstier" mit sorgfältig untergeschlagenen Beinen am Boden rasten.

Um den fehlenden Unterkiefer zu ersetzen, hatte Kaup nach einem Exemplar ans der Darmstädter Sammlung einen passenden Ersatz anfertigen lassen. Originalgetreue Abgüsse beider Stücke wurden damals für 280 Gulden oder 600 Francs von Darmstadt aus an Museen in aller Welt verkauft.

Weil die großherzogliche Sammlung in Darmstadt nicht über die nötigen Mittel für den Erwerb des Dinotherium-Schädels verfügte, suchte von Klipstein andere Kaufinteressenten. 1837 schafften er und Kaup das kostbare Fossil nach Paris, wo es ausgestellt wurde und die Akademie zum Erwerb bewegen sollte. Dazu kam es jedoch nicht.

Inzwischen diskutierten auch ausländische Forscher über die mutmaßliche Gestalt dieses unbekannten Tieres, allen voran der französische Zoologe Henri Ducrotay de Blainville. Der Londoner Paläontologe Dean William Buckland glaubte, in einigen Merkmalen des Schädels Übereinstimmung mit Seekühen zu erkennen. Damit wurde aus dem angeblichen Riesentapir nun eine Riesen-Seekuh. In einem französischsprachigen Lehrbuch des Genfer Paläontologen Francois Jules Pictet ist 1844 der Schädel aus Eppelsheim mit den Varianten Riesentapir und Seekuh abgebildet worden. Spätere Funde beendeten den Gelehrtenstreit.

Anhand eines 1853 in Prag entdeckten unvollständigen Skelettes mit Resten des Gebisses und elefantenartigen Langknochen konnte die Seekuh-Theorie widerlegt werden. Auch die Größe und die Gestalt eines 1883 im böhmischen Franzensbad (Frantiskovy Lázne) gefundenen, nahezu kompletten Skelettes ohne Oberschädel weisen das "Schreckenstier" als einen Verwandten der Elefanten aus. Das Franzensbader Exemplar ist ca. 3,20 Meter lang und 2,50 Meter hoch, also etwas kleiner als der vermutlich mehr als drei Meter große Eppelsheimer Fund.

Weil das Dinotherium zuerst in Rheinhessen entdeckt wurde, heißt es auch Rhein-Elefant. Seine nach unten gerichteten hakenförmig gekrümmten "Stoßzähne" trugen ihm außerdem den Namen "Hauer-Elefant" ein. Die typische Begleitfauna der Fundorte sowie der Bau des ausgesprochen hochbeinigen Skeletts und das tapirähnliche Gebiß des Dinotherium deuten daraufhin, daß es sich um einen laub- und möglicherweise auch früchteäsenden Waldbewohner handelte.

1849 wurde der Dinotherium-Schädelfund aus dem Besitz von August von Klipstein ohne Erfolg in London zum Verkauf angeboten. 1862 offerierte von Klipstein seine gesamte geologische Sammlung, die nahezu 20000 Stücke umfaßte, im "Neuen Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde" erneut zum Verkauf. Neben 360 Fossilien aus Eppelsheim wurde ausdrücklich der "schön erhaltene Schädel von Dinotherium giganteum, eines der kolossalsten Thiere der Vorwelt" angeführt. 1866 erwarb Thomas B. Oldham, der Direktor des geologischen Dienstes in Indien, die Sammlung. Er gab 1867 den Schädel mit weiteren Stücken aus den Eppelsheimer Dinotheriensanden an das British Museum (Natural History) in London. Andere Teile seiner Sammlung wurden nach Kalkutta gebracht. Oft wurde behauptet, daß der Schädel des Dinotherium auf dem Transport nach England zerbrochen sei, aber das war nur ein Gerücht. Denn noch heute ist das Original aus Eppelsheim wohlbehalten in London aufbewahrt. Je eine gute Kopie befindet sich im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, im Museum Wiesbaden und im Naturhistorischen Museum Mainz.

Bei dinosaurier-news stehen Saurier im Mittelpunkt



Wiesbaden - Im Weblog http://dinosaurier-news.blog.de stehen Dinosaurier und andere Saurier im Mittelpunkt: Wer sich für Dinosaurier, andere Landsaurier sowie Meeressaurier, Flugsaurier, Dinosaurierforscher, Dinosaurierfossilien, Dinosaurierliteratur oder Dinosaurierwebseiten interessiert, wird dort bestens in Wort, Bild und teilweise auch mit Ton (Dinosaurierstimmen) informiert.

Die Informationen dieses im Juni 2005 gegründeten Weblogs wurden bis Mitte August 2006 bereits mehr als 150.000 Mal aufgerufen. dinosaurier-news wird im renommierten Open Directory Project (ODP) unter der Rubrik "Wissenschaft - Geowissenschaften - Geologie - Paläontologie - Dinosaurier" aufgeführt. Zu finden ist der Link unter der Internetadresse:
http://www.google.com/Top/World/Deutsch/Wissenschaft/Geowissenschaften/Geologie/Pal%C3%A4ontologie/Dinosaurier/

Gründer und Betreiber des Weblogs dinosaurier-news ist der Wissenschaftsautor und Fossilienhändler Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim.

Ernst Probst hat sich vor allem durch seine Bücher "Deutschland in der Urzeit", "Deutschland in der Steinzeit" und "Deutschland in der Bronzezeit" einen Namen gemacht. Von ihm stammen auch die Bücher "Rekorde der Urzeit", "Dinosaurier in Deutschland" (zusammen mit Raymund Windolf), "Monstern auf der Spur" und "Nessie" sowie die CD-ROMs "Dinosaurier von A bis Z" und "Dinosaurierstimmen".

Ernst Probst betreibt unter anderem den Online-Shop http://www.antiquitaeten-shop.net - Dessen Spezialitäten sind fossile Amphibien (Saurier) und Reptilien (z. B. Dinosaurierzähne), Fossilien aus Solnhofen und Eichstätt (Insekten, Krebse, Fische) sowie Fossilien von Höhlenbären.

Im Online-Shop von Ernst Probst kaufen Sammler, Museen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem übrigen Europa, USA, Kanada und Asien seltene Fossilien von Pflanzen und Tieren. Viele Käufer/innen aus dem In- und Ausland sind treue Stammkunden geworden.

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Weblink:
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Wie das berühmteste Foto von "Nessie" gefälscht wurde

London - Fast ein Menschenleben lang galt ein Foto, das am 21. April 1934 in der Londoner Zeitung "Daily Mail" veröffentlicht wurde und weltweit Furore machte, als der bis dahin überzeugendste Beweis für die Existenz des legendären "Monsters von Loch Ness". Der angeblich von dem renommierten Londoner Arzt Dr. Robert Kenneth Wilson aufgenommene Schnappschuss zeigte das Ungeheuer mit einem kleinen reptilartigen Kopf und langem Hals. Jene Kreatur sah aus wie ein urzeitlicher Plesiosaurier. Doch am 13. März 1994 entlarvte der "Sunday Telegraph" diese Aufnahme als Betrug.

Das spektakuläre Motiv, von dem hier die Rede ist, heißt in der Literatur über "Nessie" meistens "Surgeon's-Foto" ("Chirurgen-Foto"), weil Wilson, der in der Londoner Harley Street eine Praxis betrieb, beruflich als Gynäkologe arbeitete. In Wirklichkeit war das "Surgeon's-Foto" eine von dem Schauspieler, Filmproduzenten und Großwildjäger Marmaduke ("Duke") Wetherell inszenierte "Zeitungsente". Wie es zu dieser aufsehenerregenden Fälschung kam, schildert die CD-ROM Buch "Nessie. Das Monsterbuch" des Wissenschaftsautors Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim.

Wetherell, ein Mitglied der "Royal Geographical Society" und der "Zoological Society", wurde 1933 von der Redaktion der "Daily Mail" beauftragt, über das "Loch-Ness-Monster" zu recherchieren. In jenem Jahr hatten mehrfach phantasievolle Berichte angeblicher Augenzeugen über ihre Sichtungen eines Ungeheuers im schottischen See Loch Ness für großen Wirbel gesorgt.

Zur so genannten "Daily-Mail-Expedition" gehörten außer Marmaduke Wetherell der Fotograf Gustave Pauli und der Journalist F. W. Memory. Das Trio mietete das Motorboot "Penguin" und suchte zwischen Dores und Foyers im 36 Kilometer langen, 1,5 Kilometer breiten und bis zu 230 Meter tiefen Loch Ness mit starken Ferngläsern nach "Nessie".

Bereits zwei Tage nach seiner Ankunft am Loch Ness entdeckte Marmaduke Wetherell am 20. Dezember bei Dores am Ufer des Loch Ness mysteriöse Fußabdrücke einer vierbeinigen Kreatur. Wetherell erklärte, diese Spuren seien nur wenige Stunden alt und schickte Gipsabgüsse davon an das "British Museum of Natural History" in London.

Die "Daily Mail" veröffentlichte am 21. Dezember 1933 die vermeintliche Sensation: Das "Loch-Ness-Monster" sei keine Legende, sondern eine Tatsache. Marmaduke Wetherell erklärte: "Es handelt sich um ein vierzehiges Tier mit Füßen von etwa 20 Zentimetern Breite. Ich halte es für ein starkes, weichpfotiges Tier von etwa 6 Metern Länge".

Nilpferd

Stimme eines Flusspferds

Doch die Freude über diese aufsehenerregende Entdeckung währte in der "Daily Mail"-Redaktion nicht lange. Am 4. Januar 1934 identifizierten Experten des "British Museum of Natural History" die Fußspuren vom Loch Ness als Abdrücke vom linken Hinterfuß eines jungen Flusspferdes (Hippopotamus amphibius).

Man vermutete damals, die von Wetherell am Loch Ness entdeckten Fußspuren seien von einem Flusspferd hinterlassen worden, das einem in der Nähe wohnenden Schotten gehörte. Doch in Wirklichkeit hatte Wetherell selbst die Spuren mit einem präparierten Flusspferdfuß erzeugt, der als Schirmständer gedient hatte.

Am 10. Januar 1934 berichtete die "Daily Mail" über eine "Monster-Sichtung" von Marmaduke Wetherell an Bord des Motorbootes "Penguin": "Duke", wie ihn seine Freunde nannten, hatte als einziger Expeditionsteilnehmer bei Strone Point im See einen dunklen und etwa 3,60 bis 4,50 Meter langen Höcker entdeckt.

Wetherell kehrte am 18. Januar 1934 nach London zurück. Damals behauptete er, die Flusspferd-Spuren am Ufer des Loch Ness bei Dores seien das Werk von Spaßvögeln gewesen.

Auch die Fälschung des so genannten "Surgeon's-Fotos" vom "Loch Ness-Monster" geht auf das Konto von Wetherell. Dies fanden der Zoologe David Martin vom "Loch Ness and Morar Project" und der "Nessie"-Experte Alastair Boyd bei ihren umfangreichen Recherchen heraus, über die sie später in einem Buch berichteten.

Marmaduke Wetherell ließ von seinem Stiefsohn Christian Spurling, einem versierten Modellbauer, ein kleines Monster mit einem Spielzeug-U-Boot als Untersatz konstruieren. Kopf und Hals der etwa 30 Zentimeter hohen und ca. 45 Zentimeter langen Fälschung waren aus Plastik modelliert und das U-Boot für einige Shilling bei "Woolworths" im Londoner Vorort Richmond gekauft worden.

Wetherell und sein Sohn Ian fuhren zum Loch Ness, setzten das Modell ins Wasser und Ian fotografierte es mit einer 35 mm Leica. Danach kopierte man die Motive auf die Plattenkamera von Dr. Wilson und gab die Aufnahmen als Bilder des "Monsters vom Loch Ness" aus. Eines dieser Motive war das erwähnte "Surgeon's-Foto".

Der Arzt Robert Kenneth Wilson, dem eine diabolische Freude an Späßen nachgesagt wird, machte bei dem Schwindel mit. Er erzählte folgende Geschichte: Am 19. April 1934 sei er mit einem Freund zur Vogeljagd an die Beauly Firth bei Inverness gefahren. Unterwegs habe er nördlich von Invermoriston am Loch Ness angehalten, sei mit seinem Freund zum Pinkeln ausgestiegen und habe gehofft, das Monster zu entdecken. Als die beiden Männer über den See schauten, hätten sie plötzlich – etwa 180 bis 270 Meter vom Ufer entfernt – eine starke Bewegung und etwas, das aus dem Wasser ragte, entdeckt. Wilsons Freund habe geschrien: "Mein Gott, es ist das Monster".

Schnell ging Wilson – nach eigener Aussage – zum Auto zurück, holte eine Plattenkamera heraus und machte vier Fotos des rätselhaften Objekts, bevor dieses nach etwa zwei Minuten wieder verschwand. In Invermoriston suchte Wilson einen Apotheker namens Morrison auf, berichtete ihm, er habe das "Loch-Ness-Monster" gesehen und fotografiert und gab ihm die Platten zum Entwickeln.

Zwei der vier von dem Apotheker bearbeiteten Platten zeigten nichts. Auf der dritten Platte war ein kleines Objekt erkennbar, aber die vierte zeigte ein plesiosaurierartiges "Loch-Ness-Monster" mit kleinem Kopf und langem Hals. Letzteres Motiv, das "Surgeon's-Foto", erschien zwei Tage später "weltexklusiv" in der Zeitung "Daily Mail".

Wegen des guten Rufes von Wilson als Arzt und ehemaliger Colonel (Oberst) zweifelte damals niemand an der Echtheit der sensationellen Fotos des "Loch-Ness-Monsters". Allerdings legte der Londoner Mediziner stets großen Wert darauf, nicht das Monster, sondern lediglich ein "bewegliches Objekt im Loch Ness", abgelichtet zu haben.

Mit Hilfe des Versicherungsagenten Maurice Chambers, eines Freundes von Wetherell, sicherte sich Wilson die Rechte am "Surgeon's-Foto", auf dem der kleine Kopf und lange Hals eines plesiosaurierartigen Monsters erkennbar sind. Ein anderer seiner vier Schnappschüsse zeigt "Nessie" beim Tauchen. Wilson wanderte später nach Australien aus und starb dort 1969.

Im November 1993 gab der damals 90 Jahre alte Modellmacher Christian Spurling auf dem Sterbebett gegenüber David Martin und Alastair Boyd seine Beteiligung an der Fälschung zu. Auch Wetherells Sohn Ian gestand den Schwindel. Am 13. März 1994 entlarvte die Zeitung "Sunday Telegraph" das "Surgeon's-Foto", einen der bis dahin besten Beweise für die Existenz von "Nessie", als Schwindel.

An der Fälschung, die fast 60 Jahre lang die Weltöffentlichkeit genarrt hatte, waren fünf Männer beteiligt gewesen: Marmaduke Wetherell, dessen Sohn Ian und Stiefsohn Christian Spurling, der Gynäkologe Robert Kenneth Wilson und Maurice Chambers. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichtung des Schwindels waren alle Beteiligten bereits tot.

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Zwei Meter langer Saurier jagte in der Pfalz



Wiesbaden - Zu den größten Amphibien Deutschlands im Perm vor etwa 280 Millionen Jahren gehörten die räuberischen Urlurche Sclerocephalus haeuseri, Archegosaurus decheni und Actinodon longirostris. Das berichtet der Wissenschaftsautor Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim in seinem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" (Omnibus-Verlag).



Die Funde von Sclerocephalus haeuseri aus Odernheim/Glan und Jeckenbach bei Meisenheim (beide in Rheinland-Pfalz) erreichten eine Länge bis zu 2 Meter. Ihr mit Ausnahme der Öffnungen für die Augen und Geruchsorgane geschlossenes Schädeldach sieht wie eine große Maske aus. Sclerocephalus haeuseri trug außer den Zähnen am Ober- und Unterkieferrand auf dem Gaumen jeweils drei Zahnpaare. Letztere verhinderten, dass schlüpfrige Fischbeute aus dem Maul rutschen konnte.

Etwas kleiner als Sclerocephalus haeuseri war der Urlurch Archegosaurus decheni, von dem früher bei Lebach im Saarland häufig Reste geborgen wurden. Er war ausgewachsen bis zu 1 Meter lang, besaß eine lange Schnauze, verkürzte Gliedmaßen und einen langen, kräftigen Schwanz.

Ähnlich wie Archegosaurus decheni sah der ebenfalls in der Lebacher Gegend heimische Urlurch Actinodon longirostris aus, der jedoch im Gegensatz zu ersterem eine breite Schnauze hatte.

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Fossile Jungtiere des Urlurchs Sclerocephalus aus der Permzeit sind erhältlich bei: http://www.antiquitaeten-shop.net - Dabei handelt es sich um Funde aus der Zeit vor 1986.

Bücher über Tiere und Forscher im PDF-Format

NessieCD

Wiesbaden - Auf der Webseite von "Hausarbeiten.de" mit der Internetadresse http://www.hausarbeiten.de können zahlreiche Bücher oder Texte mit Wissenschaftsthemen aus dem Verlag Ernst Probst www.buch-shop-mainz.de bestellt werden. Diese Bücher oder Texte im PDF-Format können auf die Festplatte heruntergeladen und danach auf dem Bildschirm oder nach dem Ausdrucken sogar auf Papier gelesen werden. Zum Lesen oder Ausdrucken benötigt man Acrobat Reader. Folgende Titel sind erhältlich:

"Monstern auf der Spur.
Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/444.html?partnerid=274´

"Nessie, das Ungeheuer von Loch Ness"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/540.html?partnerid=274

"Rekorde der Urzeit. Die Tiere 1"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/536.html?partnerid=274

"Rekorde der Urzeit. Die Tiere 2"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/537.html?partnerid=274

"Rekorde der Urzeit. Die Tiere 3"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/538.html?partnerid=274

"Das Einhorn"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/541.html?partnerid=274

"Der Drache"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/539.html?partnerid=274

"Riesen"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/542.html?partnerid=274

"Anteil der Arbeit an der Menschwerdung der Affen"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/11121.html?partnerid=274

"Superfrauen 5 - Wissenschaft"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/433.html?partnerid=274

"Superfrauen 6 - Medizin"
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/434.html?partnerid=274

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